Die Setas de Sevilla, offiziell Metropol Parasol, sind eine riesige Holzkonstruktion auf der Plaza de la Encarnación in Sevilla. Der geschwungene Bau des Architekten Jürgen Mayer gilt als eine der größten Holzstrukturen der Welt. Oben führt ein Mirador über die Dächer, unten zeigt das Antiquarium römische und maurische Funde.
Mitten in der Altstadt von Sevilla schwingt sich ein gewaltiges Gebilde aus hellem Holz über einen Platz, das die Einheimischen liebevoll „Las Setas“ nennen – die Pilze. Offiziell heißt der Bau Metropol Parasol, doch der Spitzname hat sich längst durchgesetzt. Die wellenförmige Konstruktion ist ein bewusster Kontrapunkt zur historischen Kulisse und eines der meistfotografierten Motive der Stadt. Wer Sevilla besucht, sollte hier nach oben steigen: Der Mirador auf dem Dach liefert einen der schönsten Rundblicke über die Altstadt. Zusammen mit der Plaza de España gehören die Setas zu den Orten, an denen sich das moderne und das historische Sevilla auf engstem Raum begegnen.
| Ort | Plaza de la Encarnación, Altstadt von Sevilla |
|---|---|
| Provinz | Sevilla, Andalusien |
| Stil / Epoche | zeitgenössische Architektur (2011), Entwurf von Jürgen Mayer |
| Dauer | rund 1 bis 1,5 Stunden für Mirador und Antiquarium |
| Highlights | Aussichtsplattform (Mirador), Antiquarium mit römischen Funden, Markthalle, Panoramablick |
| Anreise | zu Fuß aus der Altstadt; nächste Metro- und Bushaltestellen in wenigen Minuten erreichbar |
Warum heißen die Setas de Sevilla „Pilze“?
Der Spitzname erklärt sich beim ersten Blick von selbst. Auf schlanken Betonstützen breiten sich weit ausladende, schirmartige Dächer aus, deren geschwungene Ränder an überdimensionale Pilzhüte erinnern. Das hell lasierte Holzgitter bildet ein waffelartiges Muster, das je nach Sonnenstand ein spannendes Spiel aus Licht und Schatten auf den Platz wirft. Genau diese organische, an Natur erinnernde Form hat dem Bauwerk den liebevollen Namen „Las Setas“ eingetragen.
Offiziell trägt das Ensemble den Namen Metropol Parasol, was auf die Doppelfunktion als städtischer Treffpunkt und riesiges Sonnendach anspielt. Der deutsche Architekt Jürgen Mayer gewann mit seinem Entwurf einen internationalen Wettbewerb, und nach mehrjähriger Bauzeit wurde die Anlage 2011 eröffnet. Seither ist sie fester Bestandteil des Stadtbilds – und ein Symbol dafür, dass Sevilla mehr ist als nur ein Freilichtmuseum maurischer und barocker Baukunst.
Was macht die Holzkonstruktion so besonders?
Die Setas gelten als eine der größten Holzkonstruktionen der Welt. Das gewaltige Tragwerk besteht aus zahllosen verleimten Holzelementen, die zu einem dreidimensionalen Gitter zusammengefügt sind und von wenigen kräftigen Stützen getragen werden. Trotz ihrer Masse wirkt die Struktur überraschend leicht und schwebend, fast wie ein aus dem Boden gewachsenes Geflecht. Diese Verbindung aus technischer Kühnheit und organischer Anmutung macht das Bauwerk zu einem Meilenstein moderner Holzarchitektur.
Interessant ist auch, wie sich die Konstruktion über mehrere Ebenen erstreckt. Sie ist nicht nur Dach, sondern ein vielschichtiges Gebäude: Im Untergeschoss liegt ein Museum, auf Straßenniveau eine Markthalle und ein großzügiger Platz, darüber ein Restaurant und schließlich die Aussichtsplattform. So bündelt der Metropol Parasol mehrere Nutzungen unter einer einzigen, unverwechselbaren Form – ein Beispiel dafür, wie moderne Kultur und Alltag in Andalusien zusammenfinden.
Was erwartet dich auf dem Mirador?
Das Herzstück für Besucher ist der Mirador, der Aussichtssteg auf dem Dach der Konstruktion. Mit einem Aufzug gelangst du nach oben, wo ein geschwungener Weg über die Wellen des Bauwerks führt. Von hier oben öffnet sich ein weiter Panoramablick über die Dächer der Altstadt: die Giralda, die Kuppeln der Kirchen, das Häusermeer bis hin zu den Hügeln am Horizont. Weil die Setas mitten im historischen Zentrum stehen, ist der Blick besonders eindrucksvoll – man schaut direkt auf das, was Sevilla ausmacht.
Besonders lohnt sich der Aufstieg am späten Nachmittag, wenn das Licht warm wird und die Stadt in Goldtönen leuchtet. Zum Sonnenuntergang und in der beginnenden Dämmerung ist die Stimmung am schönsten, denn dann beginnt die dezente Beleuchtung des Stegs zu wirken. Plane etwas Zeit ein, um in Ruhe eine Runde zu drehen und die Ausblicke in alle Richtungen zu genießen. Wer die andalusische Hauptstadt von oben sehen möchte, findet hier den zugänglichsten und zugleich modernsten Aussichtspunkt.
Was verbirgt sich im Antiquarium?
Als beim Bau die Fundamente ausgehoben wurden, stießen die Arbeiter auf umfangreiche archäologische Funde. Statt sie zu überbauen, entschied man sich, die Reste zu bewahren und in das Projekt zu integrieren. So entstand im Untergeschoss das Antiquarium, ein kleines Museum, das die Ausgrabungen an ihrem ursprünglichen Ort zeigt. Über Stege wandelst du direkt über den freigelegten Überresten und blickst auf Fundamente, Böden und Mosaike vergangener Epochen.
Zu sehen sind vor allem römische Baustrukturen sowie Spuren aus maurischer Zeit, die belegen, wie lange dieser Ort schon besiedelt ist. Damit erzählt das Antiquarium eine faszinierende Geschichte: Unter dem betont modernen Bauwerk liegt die tiefe Vergangenheit Sevillas offen zutage. Diese Schichtung von Antike, Mittelalter und Gegenwart macht die Setas zu einem idealen Einstieg, um die lange Geschichte der Stadt zu verstehen – ein Thema, das sich über viele Sehenswürdigkeiten Andalusiens zieht.
Was gibt es auf Straßenebene zu entdecken?
Auf Höhe des Platzes erfüllen die Setas eine ganz praktische Funktion. Hier befindet sich die Markthalle mit Ständen für frische Lebensmittel, dazu ein weiter, überdachter Platz, der Schatten spendet und als Treffpunkt dient. Gerade in der sevillanischen Sommerhitze ist dieser schattige Raum ein Segen, und immer wieder finden hier Veranstaltungen, Märkte und kleine Konzerte statt. Der Ort lebt also nicht nur von seiner Architektur, sondern auch von seiner Rolle im Alltag der Stadt.
Rund um die Plaza de la Encarnación laden Cafés und Bars dazu ein, das Treiben zu beobachten. Die zentrale Lage macht die Setas zum idealen Ausgangspunkt für einen Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, hin zu den großen Sehenswürdigkeiten wie der Kathedrale und dem Real Alcázar. So verbindet der Ort Moderne und Tradition nicht nur im Bild, sondern auch im Erlebnis.
Wie kombinierst du die Setas mit dem übrigen Sevilla?
Die Setas liegen so zentral, dass sie sich mühelos in jeden Stadtrundgang einfügen. Von der Plaza de la Encarnación sind es nur wenige Minuten zu Fuß zur Kathedrale, zum Real Alcázar und ins ehemalige jüdische Viertel Santa Cruz. Wer die Kontraste der Stadt erleben will, beginnt am besten hier bei der Moderne und taucht dann in das historische Zentrum ein. Der Übergang von der wellenförmigen Holzstruktur zu den engen, sonnenbeschienenen Gassen ist ein Erlebnis für sich.
Für einen kompletten Tag bietet sich die Verbindung mit der Plaza de España und dem angrenzenden Parque de María Luisa an – ein Spaziergang, der Sevillas ganze Bandbreite von zeitgenössisch bis prachtvoll-historisch zeigt. Der Blick vom Mirador hilft dabei, sich zu orientieren und die Wege zwischen den einzelnen Zielen im Kopf zu ordnen. So werden die Setas zum roten Faden eines gelungenen Sevilla-Tags.
Warum werden die Setas de Sevilla so genannt?
Der Spitzname „Las Setas“ – die Pilze – geht auf die Form zurück: Weit ausladende, schirmartige Dächer auf schlanken Stützen erinnern an riesige Pilzhüte. Offiziell heißt das Bauwerk Metropol Parasol und wurde vom Architekten Jürgen Mayer entworfen.
Lohnt sich der Aufstieg zum Mirador?
Ja. Der Aussichtssteg auf dem Dach bietet einen weiten Panoramablick über die Altstadt von Sevilla, von der Giralda bis zu den Kuppeln der Kirchen. Am schönsten ist es am späten Nachmittag und in der Dämmerung, wenn die Stadt golden leuchtet.
Was kann man im Antiquarium sehen?
Das Antiquarium im Untergeschoss zeigt archäologische Funde, die beim Bau entdeckt wurden – vor allem römische Baustrukturen und Spuren aus maurischer Zeit. Über Stege blickst du direkt auf die freigelegten Überreste an ihrem ursprünglichen Ort.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für den Mirador und das Antiquarium reichen etwa ein bis anderthalb Stunden. Wegen der zentralen Lage lassen sich die Setas gut mit einem Rundgang durch die Altstadt und einem Besuch der Markthalle verbinden.
Sevilla zwischen Moderne und Geschichte erleben
Verbinde den Blick vom Mirador der Setas mit den Highlights der Altstadt – von der Kathedrale bis zum Real Alcázar.
Die Setas sind der ideale moderne Kontrapunkt zum historischen Sevilla. Kombiniere sie mit der prächtigen Plaza de España und weiteren Sehenswürdigkeiten, um die ganze Bandbreite der Stadt zu erleben.
