Die Plaza de España in Sevilla ist ein monumentaler, halbkreisförmiger Platz, der für die Ibero-Amerikanische Ausstellung von 1929 erbaut wurde. Mit ihren Kanälen, Brücken und 48 farbenprächtigen Azulejo-Nischen für alle spanischen Provinzen zählt sie zu den schönsten Plätzen des Landes. Der Besuch ist kostenlos und jederzeit möglich.
Wer glaubt, Sevilla habe mit Kathedrale und Alcázar seine Höhepunkte bereits verausgabt, wird an der Plaza de España eines Besseren belehrt. Im weitläufigen Park María Luisa öffnet sich ein gewaltiger Halbrund-Platz, der eher an einen Palast als an einen öffentlichen Raum erinnert – ein Meisterwerk des sogenannten Regionalismus, das spanische, maurische und Renaissance-Elemente vereint. Für viele Besucher ist dieser Platz das schönste Bauwerk Sevillas aus jüngerer Zeit.
| Ort | Sevilla, im Parque de María Luisa |
|---|---|
| Bauzeit | 1914–1928 (Architekt Aníbal González) |
| Anlass | Ibero-Amerikanische Ausstellung 1929 |
| Stil | Regionalismus (Neo-Mudéjar / Neo-Renaissance) |
| Besonderheit | 48 Azulejo-Nischen der spanischen Provinzen |
| Eintritt | frei, ganztägig zugänglich |
Was macht die Plaza de España so sehenswert?
Der Platz beeindruckt durch seine schiere Größe und den Detailreichtum. Ein rund 500 Meter langer, halbrunder Gebäudekomplex umschließt einen weiten Platz, vor dem sich ein Wasserkanal zieht, überspannt von vier zierlichen, mit Kacheln verzierten Brücken – Sinnbilder der einstigen spanischen Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra. Auf kleinen Ruderbooten kann man über den Kanal gleiten. Über allem thronen zwei markante Türme an den Enden des Halbrunds, die dem Ensemble seine palastartige Silhouette geben und die Blickachsen des ganzen Parks bestimmen.
Warum wurde die Plaza de España gebaut?
Anlass war die Ibero-Amerikanische Ausstellung von 1929, mit der sich Sevilla als Brücke zwischen Spanien und seinen früheren Kolonien in Lateinamerika präsentieren wollte. Für die Weltausstellung entstand im Süden der Stadt ein ganzes Ensemble repräsentativer Bauten, von denen die Plaza de España das Prunkstück wurde. Der Architekt Aníbal González entwarf sie als Bühne des andalusischen Kunsthandwerks – jeder Ziegel, jede Kachel und jedes Schmiedeeisengitter sollte zeigen, was die Region konnte. Die Plaza ist damit kein maurisches Erbe, sondern eine bewusste Feier andalusischer Traditionen im frühen 20. Jahrhundert.
Was hat es mit den Azulejo-Nischen auf sich?
Der wohl beliebteste Teil sind die 48 gekachelten Sitznischen entlang der Wand – je eine für jede spanische Provinz, in alphabetischer Reihenfolge von Álava bis Zaragoza. Jede Nische zeigt in bunten Azulejos eine historische Szene aus der jeweiligen Provinz, dazu ihr Wappen und eine Landkarte. Viele Besucher suchen gezielt „ihre“ Provinz oder machen ein Erinnerungsfoto an der Nische von Sevilla. Die Kacheln sind ein Musterbeispiel andalusischer Keramikkunst, wie sie im Stadtteil Triana über Jahrhunderte gefertigt wurde. Über den Nischen laufen kunstvolle Regale und Bänke, an denen sich die Handwerkskunst im Detail bewundern lässt.
Wo kennt man die Plaza aus Filmen?
Die Plaza de España diente immer wieder als Filmkulisse. In „Star Wars – Angriff der Klonkrieger“ verwandelte sie sich in die Stadt Theed auf dem Planeten Naboo, und auch in „Lawrence von Arabien“ ist sie zu sehen, dort als Hauptquartier der britischen Armee in Kairo. Ihre theatralische Architektur macht sie zur perfekten Bühne – kein Wunder, dass hier ständig fotografiert und gefilmt wird. Wer genau hinschaut, erkennt im Kino immer wieder die geschwungenen Arkaden und den weiten Platz wieder.
Was gibt es im Park María Luisa zu entdecken?
Die Plaza de España liegt am Rand des Parque de María Luisa, der schönsten Grünanlage Sevillas. Zwischen Palmen, Orangenbäumen, Springbrunnen und schattigen Pavillons lässt sich herrlich flanieren – eine willkommene Abkühlung an heißen Tagen. Zahme Tauben und Enten bevölkern die Wege, und an der benachbarten Plaza de América stehen weitere Prachtbauten der Ausstellung von 1929, in denen heute das Archäologische Museum und das Museum für Volkskunst untergebracht sind. Ein Spaziergang durch den Park verbindet die Plaza ideal mit einem entspannten Nachmittag im Grünen.
Wann besucht man die Plaza am besten?
Da der Platz frei zugänglich ist, kannst du jederzeit vorbeischauen. Am schönsten ist es am frühen Morgen, wenn die Menschenmenge noch überschaubar ist, oder zur „goldenen Stunde“ am Abend, wenn das warme Licht die Kacheln zum Leuchten bringt. Im Hochsommer sind die Vormittags- und Abendstunden angenehmer, weil die Mittagshitze in Sevilla drückend werden kann – mehr dazu unter beste Reisezeit. Wer fotografieren möchte, findet in den Arkaden, auf den Brücken und an den Nischen unzählige Motive.
Wie komme ich zur Plaza de España?
Die Plaza liegt rund einen Kilometer südlich der Kathedrale, gut zu Fuß in etwa 15 Minuten oder per Straßenbahn und Bus erreichbar. Sie lässt sich ideal mit einem Besuch von Kathedrale und Real Alcázar zu einem vollen Sevilla-Tag verbinden. Wer mit dem Mietwagen anreist, stellt das Auto am besten in einem Parkhaus ab, da der Park verkehrsberuhigt ist. Weitere Tipps findest du im Städte-Guide Sevilla.
Wusstest du das über die Plaza de España?
Der Architekt Aníbal González soll bei der Fertigstellung so ergriffen gewesen sein, dass ihm die Tränen kamen. Trotz ihres monumentalen Auftritts ist die Plaza kein Jahrhunderte altes Bauwerk, sondern gerade einmal knapp 100 Jahre jung – und beweist, dass auch das frühe 20. Jahrhundert in Andalusien Großes hervorgebracht hat. Nur eine Provinz fehlt übrigens unter den 48 Nischen: Sevilla selbst, denn die Stadt ist als Gastgeberin im großen Zentralbild vertreten.
Wie fotografiert man die Plaza am besten?
Die Plaza de España ist ein Traum für Fotografen, doch tagsüber tummeln sich viele Menschen auf dem Platz. Das beste Licht und die wenigsten Besucher hast du kurz nach Sonnenaufgang. Für die klassische Perspektive stellst du dich mittig vor das Halbrund, sodass die geschwungene Fassade und der Turm symmetrisch ins Bild rücken. Von den oberen Galerien und den Brücken über dem Kanal ergeben sich reizvolle Blickachsen entlang der Arkaden. Am Abend, zur „goldenen Stunde“, leuchten die Azulejos in warmem Ton, und die im Wasser gespiegelte Fassade sorgt für stimmungsvolle Aufnahmen. Ein Weitwinkel hilft, die enorme Ausdehnung des Platzes einzufangen.
Was sollte man beim Besuch beachten?
Der Besuch ist unkompliziert, da der Platz frei und ganztägig zugänglich ist. An heißen Sommertagen solltest du die Mittagshitze meiden und Wasser sowie Sonnenschutz mitnehmen, denn der weite Platz bietet wenig Schatten – Abkühlung findest du im angrenzenden, baumbestandenen Park María Luisa. Wie an vielen belebten Sehenswürdigkeiten empfiehlt es sich, auf Wertsachen zu achten. Wer mit dem Mietwagen kommt, parkt am besten in einem Parkhaus, da der Park verkehrsberuhigt ist. Die kleine Gebühr für eine Ruderbootfahrt auf dem Kanal ist gut angelegt und besonders bei Familien beliebt.
Wie fügt sich die Plaza in einen Sevilla-Tag ein?
Die Plaza de España liegt etwas südlich der Altstadt und lässt sich gut mit den anderen Höhepunkten Sevillas verbinden. Ein bewährter Ablauf: vormittags Kathedrale und Real Alcázar, am Nachmittag ein gemütlicher Spaziergang durch den Park María Luisa zur Plaza, die im Abendlicht am schönsten wirkt. So verbindest du Kultur, Grün und Fotomotive zu einem runden Tag. Weitere Ideen für deinen Aufenthalt findest du im Städte-Guide Sevilla.
Kostet die Plaza de España Eintritt?
Nein, der Besuch ist kostenlos und der Platz ganztägig frei zugänglich. Nur die Bootsfahrt auf dem Kanal kostet eine kleine Gebühr.
Wie lange sollte man einplanen?
Für die Plaza selbst reichen 30 bis 60 Minuten. Mit einem Spaziergang durch den Park María Luisa wird leicht ein halber Nachmittag daraus.
Kann man Boot fahren?
Ja, auf dem Kanal kann man kleine Ruderboote mieten – ein beliebter Programmpunkt, besonders bei Familien.
Ist die Plaza mit Kinderwagen/Rollstuhl gut zugänglich?
Der Platz ist weitgehend eben und gut zugänglich; einige Stufen zu den oberen Galerien lassen sich umgehen.
Warum stehen die Provinzen in einer bestimmten Reihenfolge?
Die 48 Azulejo-Nischen sind alphabetisch nach den spanischen Provinzen geordnet, von Álava bis Zaragoza. So findest du jede Provinz systematisch entlang des Halbrunds. Jede Nische verbindet Wappen, Landkarte und eine historische Szene – ein kleiner Streifzug durch ganz Spanien, den viele Besucher als Suchspiel nach der eigenen Lieblingsregion erleben.
Ganz Sevilla erleben
Von der Plaza de España über die Kathedrale bis zum Alcázar – so planst du deinen perfekten Sevilla-Tag.
Mehr Sehenswürdigkeiten Sevillas: die Kathedrale mit Giralda und der Real Alcázar. Für Familien lohnt sich zudem Andalusien mit Kindern. Zurück zur Übersicht der Sehenswürdigkeiten.
