Der Palacio de Viana in Córdoba ist ein Adelspalast mit zwölf Innenhöfen und einem Garten, bewohnt von 1425 bis 1980 und seit dem 31. Oktober 1981 öffentlich zugänglich. Die Höfe kosten allein 8,50 Euro, die geführte Palastführung 9 Euro, beides zusammen 14 Euro (Stand zweites Halbjahr 2026). Montags ist geschlossen.
Von außen wirkt der Palacio de Viana schlicht: weiße Mauern, ein Portal an der Plaza de Don Gome. Dahinter liegt das größte Ensemble von Patios, das Córdoba zu bieten hat, und ein Herrenhaus, das nicht wie ein Museum aufgebaut ist, sondern mit den Möbeln, Küchengeräten und Kunstwerken der Familien eingerichtet bleibt, die hier gelebt haben.
Wenn du das Patios-Fest im Mai nicht erwischst, ist der Palast die beste Möglichkeit, die Höfe von Córdoba ganzjährig zu sehen. Diese Seite sagt dir, was dich in den Höfen und im Inneren erwartet, wie die Geschichte des Hauses verlief und wie du den Besuch planst. Für das Fest selbst gibt es die Seite zu den Patios von Córdoba.
| Stadt | Córdoba, Altstadt, Plaza de Don Gome |
|---|---|
| Bewohnt | 1425 bis 1980 von 18 Eigentümern; seit 1875 Marquesado de Viana |
| Öffnung für Besucher | seit 31. Oktober 1981 |
| Besonderheit | 12 Patios und ein Garten, dazu Palastführung mit Sammlungen |
| Eintritt (Stand 2. Halbjahr 2026) | Höfe 8,50 Euro, Palastführung 9 Euro, Kombination 14 Euro |
| Ruhetag | Montag |
Fragen, die diese Seite beantwortet
Was ist der Palacio de Viana, und wem gehörte er?
Der Palacio de Viana ist eine Adelsresidenz, die zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert aus mehreren Häusern entstand. Nach den Angaben der Stiftung, die den Palast betreibt, hatte er in dieser Zeit 18 Eigentümer, die den Bestand aus spätmittelalterlichen Häusern nach und nach zu einem großen Gebäude- und Gartenkomplex ausbauten. Im Juni 1425 kaufte Ruy Fernández, Herr von Fuentecubierta, für 750 Golddoblonen die Häuser, die heute dem Patio de Recibo, Teilen des Patio del Archivo und dem Patio de los Naranjos entsprechen. Als erster Eigentümer des Palastes gilt Gómez Suárez de Figueroa, der 1492 ein Majorat gründete, um den Besitz zusammenzuhalten.
Im Jahr 1609 ließ Luis Gómez de Figueroa den heutigen Patio de Recibo und das Hauptportal bauen. 1624 folgte die Rejas-Fassade von Don Gómez. Im 18. Jahrhundert erweiterte Ana Rafaela Fernández de Mesa das Haus um den Patio del Archivo und die Räume für das Archivo Histórico de Viana, ein bedeutendes Adelsarchiv. 1814 tauschte der siebte Marquis von Villaseca einen Landbesitz gegen die benachbarten Häuser der Grafen Torres Cabrera ein und verdoppelte damit die Fläche des Palastes: Auf diesem Gelände liegen heute Garten und die Patios de la Alberca, del Pozo, de los Jardineros, de la Capilla und de la Cancela.
Den Titel eines Marqués de Viana erhielt 1875 Teobaldo de Saavedra y Cueto, der zweite Ehemann der Erbin des Hauses und Sohn des Dichters Duque de Rivas. Der zweite Marquis, José Saavedra y Salamanca (1870–1927), war ein Vertrauter von König Alfons XIII. Er begann, Sammlungen aus Azulejos, Leder und Büchern anzulegen und das Haus als Museum zu gestalten, ohne dass das Familienleben endete. Seine Nachfolger, Fausto Saavedra und Sofía Amelia de Lancaster y Bleck, prägten das heutige Bild vor allem der Dienstpatios.
1980 verkaufte die dritte Marquise den Palast samt Kunst an die Caja Provincial de Córdoba, die später zu Cajasur wurde und heute zu Kutxabank gehört. Am 31. Oktober 1981 öffnete er zum ersten Mal für Besucher. 1983 entstand der Patio de las Columnas für Veranstaltungen, 2012 wurde die Präsentation verbessert und 2019 öffneten die Caballerizas (Stallungen). Heute betreibt die Fundación Kutxabank den Palast.
Welche Patios hat der Palacio de Viana?
Der Palast zählt zwölf Patios und einen Garten, eine Spanne von Mittelalter bis Romantik. Die wichtigsten:
- Patio de Recibo: der Hauptzugang, trapezförmig mit einer Säulengalerie aus 16 toskanischen Säulen. An der Eingangsecke fehlt eine Säule, damit Kutschen in die Stallungen einfahren konnten.
- Patio de los Naranjos: Teil des ältesten Kerns aus dem 15. Jahrhundert, an hispano-muslimische Gärten angelehnt, mit jahrhundertealten Orangenbäumen und zwei Brunnen, einem gefliesten Becken und einem achteckigen.
- Patio de las Rejas: Wahrzeichen des Palastes; man sieht ihn von der Straße durch drei Schmiedegitter. Im 17. Jahrhundert angelegt, mit Zitrusbäumen in Spalierform an den Mauern. Von hier aus ließ sich öffentliches Geschehen verfolgen, etwa die Prozession der Virgen de las Angustias am Gründonnerstag.
- Patio de los Gatos: der älteste dokumentierte Nachbarschaftshof (patio de vecinos) der Stadt, mit weißen Wänden voller Blumentöpfe, ursprünglich Mietshäuser.
- Patio de la Madama: aus dem 18. Jahrhundert, benannt nach der Najade im Brunnen und umgeben von Zypressen, die zu einer Krone geschnitten sind.
- Patio del Archivo: der innerste Hof, ein nüchternes Beispiel des Barocks in Córdoba mit weißen Wänden und blauen Türen und Fenstern.
- Patio de las Columnas: der jüngste, in den 1980er-Jahren gebaut und Schauplatz von Konzerten und Theater.
- Patio de la Alberca, del Pozo, de los Jardineros, de la Capilla, de la Cancela: die früheren Dienst- und Eingangshöfe der Grafen Torres Cabrera, im 19. Jahrhundert angegliedert und später mit Fliesen und archäologischen Stücken geschmückt. Der Patio de la Capilla gilt als kühlster Hof, weil hohe Mauern und Zitrusbäume Schatten spenden.
- El Jardín: ein Garten französischer Prägung mit 16 Buchsbeeten und Rosen, mit Zitrusspalieren und Fußbewässerung nach andalusischer Art.
Das Ensemble macht den Patio von Córdoba in seiner Entwicklung nachvollziehbar: vom mittelalterlichen Nachbarschaftshof über den islamisch geprägten Garten und die Hofhäuser der Renaissance bis zur barocken Strenge und zum romantischen Garten. Wer die Hofkultur im Überblick sehen will, liest dazu die Seite zu den Patios von Córdoba.
Was sieht man im Inneren des Palastes?
Die Führung durch das Innere (40 Minuten, auf Spanisch mit schriftlicher Übersetzung ins Englische und Französische) führt durch die Privaträume der Marquis, den Dienstbereich und die Gästezimmer. Die Stiftung betont, dass der Palast kein klassisches Museum ist: Möbel, Küchengeräte und Objekte stehen an ihrem ursprünglichen Platz.
Zu den Stationen gehören der Salón de los Sentidos, ein Teezimmer mit Wandmalereien der fünf Sinne in Anlehnung an Goya, und der Salón Rojo mit mit Seide bespannten Wänden, den die letzten Bewohner am meisten nutzten. Von Joaquín Sorolla stammen das Porträt von König Alfons XIII. (1908) im Speisezimmer und das der Königin Victoria Eugenia (1918) im Salón Rojo. Im Obergeschoss zeigt die Sammlung die Galería de los Azulejos mit 236 Fliesen aus dem 13. bis 19. Jahrhundert, die Galería de las Batallas mit vier Gemälden, die Pieter van der Meulen zugeschrieben werden (1650, Szenen aus dem Dreißigjährigen Krieg), und Wandteppiche. Im Salón de Goya hängen vier Teppiche der Real Fábrica de Tapices de Santa Bárbara nach Entwürfen von Goya, im Salón de Gobelinos vier Teppiche der Serie „Viejas Indias“, 1688 in Paris gewebt. Die Bibliothek umfasst 7.000 Bände vom 16. bis 20. Jahrhundert.
Dazu kommen die „Joyas de la Colección Kutxabank“, die Sala Julio Romero de Torres mit „La Saeta“ (1917) und „Amor místico y amor profano“ (1908) und die Sala Barroca mit den Erzengeln San Miguel und San Rafael von Juan de Valdés Leal (um 1654–56). Die Sammlung der Stiftung ist ein Grund, die Führung nicht auszulassen, wenn du Zeit hast.
Wie sind Öffnungszeiten und Preise, und wie plant man den Besuch?
Der Palast gibt für das zweite Halbjahr 2026 folgende Zeiten an: September bis Dezember Dienstag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr, sonntags und feiertags von 10 bis 15 Uhr, montags geschlossen. Im Juli und August ist von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Sondertermine gelten an Feiertagen, zum Beispiel am 1. und 2. November von 10 bis 15 Uhr, am 24. und 31. Dezember bis 14 Uhr und am 25. Dezember geschlossen.
Die Preise lauten: Besuch der zwölf Höfe und der Zone im Erdgeschoss 8,50 Euro, geführte Besichtigung des Palastinneren 9 Euro, Kombination 14 Euro. Ermäßigungen für Inhaber der grünen oder goldenen Karte der Junta de Andalucía und für Menschen mit Behinderung gibt es nur an der Kasse; Kinder unter 10 Jahren sind frei. Preise und Zeiten ändern sich, daher prüfst du sie vor dem Besuch auf der Website des Palastes.
Praktisches: Die Höfe sind über Rampen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Kinderwagen zugänglich, im Inneren gibt es einen Aufzug. In den Höfen darfst du für den privaten Gebrauch fotografieren und filmen, in den Stallungen, in der Zone der Stiftung und im Palastinneren nicht. Essen, Trinken, Rauchen und das Berühren von Objekten und Pflanzen sind verboten, große Taschen und Rucksäcke dürfen nicht mit hinein; an der Kasse gibt es eine Garderobe. Der Palast hat keinen Parkplatz und liegt in der Altstadt mit eingeschränktem Autoverkehr; die Stiftung empfiehlt, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen.
Was liegt in der Nähe des Palacio de Viana?
Die Stiftung nennt Fußwege: Zur Plaza de Santa Marina 2 Minuten (270 Meter), zum Cristo de los Faroles 5 Minuten (400 Meter), zum Römischen Tempel 8 Minuten (650 Meter), zum Archäologischen Museum 13 Minuten (1,1 Kilometer), zum Museo Julio Romero de Torres 14 Minuten (1,1 Kilometer), zur Mezquita-Catedral 17 Minuten (1,4 Kilometer) und zur Römischen Brücke 20 Minuten (1,6 Kilometer). Bahnhof und Busbahnhof liegen jeweils rund 20 Minuten entfernt.
Das erlaubt es, den Palast gut an einem Tag mit der Mezquita zu verbinden: Palast am Vormittag, danach die Moschee-Kathedrale. Weitere Hinweise zur Stadt stehen auf der Seite zu Córdoba; für mehrere Städte in einer Reise hilft die Übersicht der Andalusien Rundreisen.
Wie viel Zeit braucht man für den Palacio de Viana?
Für die Höfe und den Garten genügt etwa eine Stunde, mit der Führung durch das Innere (40 Minuten) planst du rund zwei Stunden ein.
Ist der Palacio de Viana nur im Mai interessant?
Nein. Das Fest der Patios findet im Mai statt, der Palast ist aber das ganze Jahr geöffnet und zeigt zwölf Höfe, die nicht vom Wettbewerb abhängen.
Kann man im Palacio de Viana fotografieren?
In den Höfen für den privaten Gebrauch ja, in den Stallungen, in der Stiftungszone und im Palastinneren nicht.
Gibt es einen Parkplatz?
Nein. Der Palast liegt in der Altstadt mit eingeschränktem Autoverkehr; die Stiftung empfiehlt die Anreise zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
