Die Provinz Almería im äußersten Südosten Andalusiens ist die sonnigste und trockenste Region Spaniens. Sie vereint den unberührten Naturpark Cabo de Gata mit einsamen Buchten, die Wüste von Tabernas – Europas einzige echte Wüste – und die maurische Festung Alcazaba über der Hauptstadt.
Almería ist Andalusiens raues, ursprüngliches Ende – dort, wo das Land in eine fast afrikanische Trockenheit übergeht. Hier findest du Küstenabschnitte ohne Hotelketten, vulkanische Felsküsten, Sandbuchten, die nur zu Fuß erreichbar sind, und ein Hinterland, das so an eine Wüste erinnert, dass hier Dutzende Westernfilme gedreht wurden. Über der Hauptstadt wacht eine der größten Maurenburgen Spaniens. Wer Andalusien einmal ohne Gedränge erleben will, ist in Almería richtig – mit über 3.000 Sonnenstunden im Jahr fällt die Entscheidung leicht. Diese Seite ordnet die Highlights der Provinz.
| Hauptstadt | Almería (mit der mächtigen Alcazaba über der Stadt) |
|---|---|
| Lage | Äußerster Südosten Andalusiens am Mittelmeer |
| Klima | sonnigste und trockenste Region Spaniens (über 3.000 Sonnenstunden) |
| Naturpark | Cabo de Gata-Níjar – vulkanische Küste und einsame Buchten |
| Kuriosum | Wüste von Tabernas – Europas einzige echte Wüste, Western-Kulisse |
| Anreise | Flughafen Almería; Mietwagen für die abgelegenen Buchten |
Was macht die Provinz Almería besonders?
Almería ist die trockene, wilde Seite Andalusiens. Während der Westen grün und der Süden mondän ist, herrscht hier eine karge, dramatische Schönheit: ockerfarbene Berge, vulkanisches Gestein und ein tiefblaues Meer. Weil so wenig Regen fällt, ist die Küste vielerorts unbebaut geblieben – ein seltener Anblick am spanischen Mittelmeer. Zugleich ist die Provinz voller Kontraste. Im Westen liegt das „Meer aus Plastik“, riesige Gewächshausflächen, die halb Europa mit Obst und Gemüse versorgen. Nur wenige Kilometer weiter beginnt der unberührte Naturpark Cabo de Gata. Diese Gegensätze und das außergewöhnliche Licht machen Almería zu einem eigenwilligen, faszinierenden Reiseziel.
Was bietet der Naturpark Cabo de Gata?
Der Naturpark Cabo de Gata-Níjar ist das Herzstück der Provinz und einer der schönsten Küstenabschnitte des ganzen Mittelmeers. Auf einem erloschenen Vulkanmassiv wechseln sich schroffe Klippen, Salinen und goldene Sandbuchten ab. Berühmt sind Strände wie die Playa de los Muertos, die Cala de San Pedro (nur zu Fuß oder per Boot erreichbar) und der weite Bogen von Los Genoveses und Mónsul, dessen markanter Felsen aus Filmen bekannt ist. Weiße Dörfer wie San José und die alte Goldgräberstadt Rodalquilar liegen dazwischen. Weil der Park streng geschützt ist, gibt es keine Bettenburgen – nur Natur, klares Wasser und Ruhe. Für Wanderer, Taucher und alle, die einsame Strände suchen, ist Cabo de Gata ein Traumziel.
Warum liegt in Almería eine Wüste?
Im Landesinneren erstreckt sich die Wüste von Tabernas, die einzige echte Wüste Europas. Weil die umliegenden Gebirge die Regenwolken abfangen, bleibt es hier extrem trocken; zerklüftete Schluchten (barrancos) und kahle Hügel prägen die Landschaft. In den 1960er- und 70er-Jahren entdeckten Filmemacher diese Kulisse als perfekten „Wilden Westen“: Zahlreiche berühmte Italowestern wurden hier gedreht. Bis heute kann man mehrere Western-Filmstädte besuchen, in denen Saloon, Kirche und Main Street wie im Kino aussehen – ein ungewöhnlicher und familienfreundlicher Ausflug. Tabernas beweist einmal mehr, wie extrem und vielfältig die Landschaften Andalusiens sein können.
Was gibt es in der Stadt Almería zu sehen?
Die Provinzhauptstadt Almería wird überragt von der Alcazaba, einer gewaltigen maurischen Festungsanlage aus dem 10. Jahrhundert – nach der Alhambra eine der größten muslimischen Burgen Spaniens. Von ihren Mauern reicht der Blick über die weißen Dächer bis zum Hafen. Die Stadt selbst hat eine wehrhafte Kathedrale, die zugleich als Festung gegen Piraten diente, ein lebendiges Zentrum mit guten Tapas-Bars und unterirdische Luftschutzbunker aus dem Bürgerkrieg, die man besichtigen kann. Almería ist unaufgeregt und echt – eine andalusische Hafenstadt, die (noch) nicht vom Tourismus überformt ist.
Wann ist die beste Reisezeit und wie reist du an?
Almería ist ein Ganzjahresziel. Dank des milden, extrem trockenen Klimas sind selbst die Wintermonate sonnig und angenehm, ideal für Wanderungen im Cabo de Gata oder Städtebesuche. Zum Baden eignen sich Mai bis Oktober, wobei Hochsommer heiß und trocken ist. Frühling und Herbst gelten als perfekte Balance. Für die Anreise gibt es den Flughafen Almería; vor Ort ist ein Mietwagen fast unverzichtbar, da die schönsten Buchten des Naturparks abgelegen liegen und kaum an den öffentlichen Verkehr angebunden sind. Praktische Hinweise dazu gibt die Reiseplanung.
Ist Almería gut für einen ruhigen Strandurlaub?
Sehr gut. Der Naturpark Cabo de Gata bietet einsame, unbebaute Buchten mit klarem Wasser – ideal für alle, die Natur statt Trubel suchen. Viele Strände sind allerdings nur mit dem Auto oder zu Fuß erreichbar.
Kann man die Western-Filmstädte besuchen?
Ja. In der Wüste von Tabernas gibt es mehrere Western-Themenparks mit originalen Filmkulissen und Shows – ein beliebter Ausflug, gerade mit Kindern.
Warum ist Almería so trocken?
Umliegende Gebirge fangen die Regenwolken ab, sodass kaum Niederschlag die Region erreicht. Das macht sie zur trockensten und sonnigsten Gegend Spaniens und zur Heimat der einzigen Wüste Europas.
Wie kommt man am besten herum?
Mit dem Mietwagen. Die Highlights – Cabo de Gata, Tabernas und die Hauptstadt – liegen weit auseinander, und die abgelegenen Buchten sind ohne Auto schwer erreichbar.
Wüste, Vulkanküste und Ruhe
Entdecke Andalusiens wilden Osten – von den Buchten des Cabo de Gata bis in die Wüste von Tabernas.
Almería lässt sich gut mit der Nachbarprovinz Granada und deren Costa Tropical verbinden. Wie sich die Provinz in eine größere Route einfügt, zeigt der Provinzen-Überblick; für die Planung hilft die Reiseplanung.