Die Sierra Norte de Sevilla ist ein Naturpark von mehr als 177.000 Hektar im Norden der Provinz Sevilla. Sanfte Berge, Steineichen- und Korkeichenweiden, Kastanienhaine, Flüsse mit Wasserfällen und das Bergbau-Erbe am Cerro del Hierro prägen die Landschaft nördlich von Sevilla.
Wer von Sevilla aus nach Norden fährt, erreicht nach wenigen Dutzend Kilometern eine Landschaft, die mit dem flachen Guadalquivir-Becken wenig zu tun hat. Die Hügel der Sierra Morena sind rund, bewaldet und dünn besiedelt. Dazwischen liegen weiße Dörfer, Bäche mit Auenwald und Weiden, auf denen Schweine und Rinder unter Eichen stehen.
Diese Seite zeigt dir, was den Naturpark ausmacht: die Landschaft und ihre Schutzgebiete, den Cerro del Hierro mit seinen Felsnadeln, die Wasserfälle bei San Nicolás del Puerto, Wege und Aussichtspunkte, Tiere und Pflanzen sowie die Feste und Produkte der Dörfer.
| Lage | Norden der Provinz Sevilla, Ausläufer auch in den Provinzen Córdoba und Huelva |
|---|---|
| Fläche | mehr als 177.000 Hektar |
| Schutzstatus | Naturpark, Geopark, Teil des Biosphärenreservats Dehesas de Sierra Morena |
| Naturdenkmäler | Cerro del Hierro und Cascadas del Huesna |
| Besucherzentrum | El Robledo bei Constantina |
| Vía Verde | etwa 18 km auf der alten Bergbaubahn |
| Beste Zeit | Frühling und Herbst |
Fragen, die diese Seite beantwortet
- Was ist die Sierra Norte de Sevilla und wo liegt sie?
- Was ist so besonders am Cerro del Hierro?
- Wie läuft die Vía Verde der Sierra Norte?
- Wo kann man in der Sierra Norte baden und wandern?
- Welche Tiere und Pflanzen leben in der Sierra Norte?
- Welche Feste und Produkte gibt es in den Dörfern?
- Wie plant man den Besuch der Sierra Norte?
Was ist die Sierra Norte de Sevilla und wo liegt sie?
Die Sierra Norte gehört zur Sierra Morena, dem Gebirgszug, der Andalusien im Norden von der kastilischen Hochebene trennt. Der Naturpark umfasst mehr als 177.000 Hektar und reicht mit seinen Gemeinden bis in die Provinzen Córdoba und Huelva hinein. Zu den Gemeinden zählen unter anderem Alanís, Almadén de la Plata, Cazalla de la Sierra, Constantina, Guadalcanal, Hornachuelos, Las Navas de la Concepción, San Nicolás del Puerto und Santa Olalla del Cala.
Die Berge sind sanft geformt. Es gibt keine Gipfel, die man erklettert, sondern lange Höhenrücken, die sich mit Tälern und Hochebenen abwechseln. Den Eindruck prägen die Dehesas, offene Eichenwälder, in denen die Bäume weit auseinanderstehen und der Boden als Weide dient. Dazwischen wachsen Mittelmeerwald, Olivenhaine und Weinberge.
Mehrere Schutzkategorien überlagern sich: Der Naturpark ist zugleich Geopark, Vogelschutzgebiet und europäisches Schutzgebiet der Natura-2000-Kette. Er gehört außerdem zum Biosphärenreservat Dehesas de Sierra Morena, das er mit den Naturparks Sierra de Hornachuelos in Córdoba und Sierra de Aracena y Picos de Aroche in Huelva teilt. Zusätzlich tragen die Naturdenkmäler Cerro del Hierro und Cascadas del Huesna eigene Schutztitel. Die Region ist zudem Teil der Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus.

Was ist so besonders am Cerro del Hierro?
Der Cerro del Hierro ist ein ehemaliges Eisenerz-Revier bei San Nicolás del Puerto. Gefördert wurde hier von der Römerzeit bis ins vergangene Jahrhundert. Als der Abbau die Kalkfelsen freilegte, formten Regen und Schnee daraus eine Karstlandschaft mit Hunderten von Felsnadeln. Diese Gestalt ist heute geschützt: Der Cerro del Hierro hat den Status eines Naturdenkmals.
Zum Bergwerk gehörte eine eigene Siedlung, die im Volksmund Poblado de los Ingleses heißt. Sie hat englisch geprägte Architektur, eine Kirche und die Häuser der Ingenieure. In der Casa de los Ingleses neben dem Parkplatz liegt der Informationspunkt des Naturparks. Dort zeigen Tafeln die Geologie, andere imitieren einen Stollen mit Erzwagen. Die Zufahrt führt von Constantina Richtung San Nicolás del Puerto über die SE-7102; nach etwa elf Kilometern zweigt die Straße zur Siedlung ab.
Von der Siedlung aus beginnt ein beschilderter Wanderweg, der Cerro-del-Hierro-Weg. Kletterer nutzen die Felsnadeln für zahlreiche Routen, einzelne Aktivitäten brauchen eine Genehmigung des Naturparks. Wer nur schauen möchte, geht den Weg zu Fuß und verbindet ihn mit der Vía Verde.
Wie läuft die Vía Verde der Sierra Norte?
Die Vía Verde folgt auf rund 18 Kilometern der alten Bergbaubahn, die das Erz vom Cerro del Hierro abtransportierte. Sie verbindet die frühere Bergbausiedlung mit dem Bahnhof Los Prados bei Cazalla de la Sierra und ist als Rad- und Wanderstrecke hergerichtet. Auch Reiter nutzen sie. Weil sie eine ehemalige Bahntrasse ist, steigt sie nur sanft an, und das macht sie zur einfachsten Möglichkeit, die Sierra Norte zu erleben.
Unterwegs liegen die beiden Naturdenkmäler des Parks: der Cerro del Hierro an einem Ende und die Wasserfälle von Huesna bei San Nicolás del Puerto in der Nähe der Strecke. Zwei weitere Radrouten, Cancela Negra und Morilla, beginnen bei Almadén de la Plata.
Wo kann man in der Sierra Norte baden und wandern?
Die Rivera del Huéznar durchquert die Mitte des Parks, der Río Viar liegt im Westen, der Retortillo im Osten. An Huéznar und Viar wachsen Auwälder, und in beiden Flüssen leben Forellen, was in der Provinz Sevilla selten ist. Bei San Nicolás del Puerto stürzt der Huéznar über die Cascadas del Huesna, ein Naturdenkmal. Im Wasserfall selbst ist das Baden verboten; erlaubt ist es allein an der Playa de San Nicolás flussaufwärts.
Im Park sind mehr als ein Dutzend beschilderte Wanderwege angelegt. Einige davon:
- Cascadas del Huéznar bei San Nicolás del Puerto führt am Fluss entlang zu den Wasserfällen.
- Las Laderas bei Cazalla de la Sierra ist einer der vollständigsten Wege, weil er Wald, Weide und Aussicht verbindet.
- Los Castañares bei Constantina durchquert Kastanienhaine und ist im Herbst besonders farbenreich.
- Cortijo Berrocal bei Almadén de la Plata beginnt am Ökomuseum bei Almadén de la Plata.
- Los Carros bei Alanís und Sierra del Viento bei Guadalcanal erschließen die westlichen und nördlichen Teile.
Der Embalse del Pintado erlaubt Kanufahren, am Embalse del Retortillo gibt es einen Aussichtspunkt. Weitere Miradores sind Puerto del Robledo bei Constantina, La Capitana bei Guadalcanal und Loma del Aire bei Alanís.

Welche Tiere und Pflanzen leben in der Sierra Norte?
Prägend sind Steineichen und Korkeichen, die als Dehesa genutzt werden. In den feuchten, schattigen Lagen bei Constantina und Cazalla de la Sierra stehen Kastanienhaine, aus denen Stangen, die sogenannten Varas, geschnitten werden. Neben ihnen wachsen die einzigen Eichenbestände der Provinz, die zur Art der Pyrenäen-Eiche gehören. Im Botanischen Garten El Robledo bei Constantina sind die typischen Pflanzen der Sierra Morena an einem Ort zusammengestellt.
Bei den Tieren sind die Greifvögel das Aushängeschild: Kaiseradler, Steinadler, Habichtsadler, Mönchsgeier und Gänsegeier brüten im Park, dazu der Schwarzstorch. Rotwild und Wildschweine leben auf den Weiden und in den Wäldern. Im frühen Herbst findest du die Hirschbrunft, die sich in der Nähe der Besucherzentren El Robledo und Cortijo El Berrocal gut beobachten lässt. Das öffentliche Waldgebiet Navas-Berrocal bei Almadén de la Plata ist für leichte Tierbeobachtung angelegt.
Der Park war außerdem eine Bergbauregion. Römische Minen und Abbau ab dem späten 19. Jahrhundert haben industrielle Spuren hinterlassen, und in Almadén de la Plata wurden Reste aus der Vorgeschichte gefunden. Die Dörfer besitzen Burgen aus arabischer Zeit, Kirchen und Einsiedeleien.
Welche Feste und Produkte gibt es in den Dörfern?
Die Dörfer feiern ihre Feste nach einem festen Jahreslauf. Einige wiederkehrende Termine:
- Alanís: Romería de San Pedro, am letzten Sonntag im Mai.
- Guadalcanal: Romería zur Ermita de Guaditoca, am letzten Samstag im April und am letzten Samstag im September.
- Cazalla de la Sierra: Feria und Romería de Nuestra Señora del Monte, in der ersten Augusthälfte.
- Constantina: Romería de la Virgen del Robledo, am letzten Sonntag im September.
- Las Navas de la Concepción: Castañada, die Kastanienfeier am 1. November.
- San Nicolás del Puerto: Romería y Fiestas de San Diego, am zweiten Sonntag im Mai und am 13. November.
Zu essen und mitzunehmen gibt es Wein und Anislikör aus Cazalla de la Sierra und Constantina, Olivenöl aus Guadalcanal und Alanís, Wurst aus El Real de la Jara und Almadén de la Plata sowie Süßes aus La Puebla de los Infantes. In Las Navas de la Concepción kommt Wild auf den Tisch, zum Beispiel ein Hirscheintopf, der Caldereta de ciervo heißt. Mehrere Betriebe sind der Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus beigetreten, darunter ein Hersteller von Ziegenkäse, ein Bio-Olivenölbetrieb und ein Anbieter von geführten Wanderungen und Sternenbeobachtung.
Wie plant man den Besuch der Sierra Norte?
Der erste Halt ist meist das Besucherzentrum El Robledo, rund einen Kilometer von Constantina. Es ist für Menschen mit Geh-, Seh- und Hörbehinderung eingerichtet. Weitere Anlaufstellen sind das Ökomuseum Cortijo El Berrocal in Almadén de la Plata, der Informationspunkt am Cerro del Hierro und das Geopark-Zentrum in Alanís. Die Anfahrt führt von Sevilla aus über Landstraßen, ein Mietwagen ist praktisch (siehe Mietwagen in Andalusien).
Gut zu wissen: Frühling und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten zum Wandern, im Hochsommer wird es im Landesinneren heiß. Mehr zu den Jahreszeiten steht auf der Seite zur besten Reisezeit. Gleich westlich schließt der Naturpark Sierra de Aracena an, dessen Hauptort Aracena ein eigenes Ziel ist. Wer Eichenwälder liebt, findet im Süden mit Los Alcornocales einen weiteren großen Korkeichenwald. Noch mehr Wanderziele sammelt die Seite Wandern in Andalusien, und die Stadt Carmona liegt als Tagesziel in der Provinz Sevilla.
Die offiziellen Informationen mit allen Wegen, Rastplätzen und Besucherzentren führt das Besucherfenster der Junta de Andalucía.
Passend dazu: Naturpark Sierra de Aracena und Picos de Aroche: Dehesa, Kastanienwälder und Dörfer im Norden von Huelva.
Wie groß ist die Sierra Norte de Sevilla?
Der Naturpark umfasst mehr als 177.000 Hektar und gehört zur Sierra Morena. Er liegt überwiegend in der Provinz Sevilla, einzelne Gemeinden gehören zu Córdoba und Huelva.
Wo darf man an den Wasserfällen von Huesna baden?
Im Wasserfall selbst ist Baden verboten. Erlaubt ist es nur an der Playa de San Nicolás, die flussaufwärts liegt.
Wie lang ist die Vía Verde der Sierra Norte?
Etwa 18 Kilometer. Sie folgt der ehemaligen Bergbaubahn zwischen dem Cerro del Hierro und dem Bahnhof Los Prados bei Cazalla de la Sierra.
Wann ist die Hirschbrunft?
Im frühen Herbst. Beobachten lässt sie sich in der Nähe der Besucherzentren El Robledo und Cortijo El Berrocal.
Wo liegt das Besucherzentrum El Robledo?
Rund einen Kilometer von Constantina entfernt, im Herzen des Naturparks.
Was bedeutet Dehesa?
Ein offener Eichenwald, dessen Bäume weit auseinanderstehen und der zugleich als Weide für Schweine, Rinder und Schafe dient.
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