Der Naturpark Sierra María-Los Vélez in der Provinz Almería umfasst 22.562 Hektar Bergland zwischen Chirivel und Huéscar. Seit 1987 geschützt, bietet er Gipfel über 2.000 Meter mit Schnee im Winter, den Pinar de la Alfahuara, die jahrtausendealte Sabina Albar und die Felsmalereien der Cueva de los Letreros mit dem Indalo.
Wer an Almería denkt, sieht Wüste, Strand und Gewächshäuser. Die Sierra María-Los Vélez im Norden der Provinz zeigt das Gegenteil: Berge, die im Winter weiß sind, Kiefernwälder, ein Renaissance-Schloss und Höhlen mit Malereien, die mehr als 7.500 Jahre alt sind. Der Park liegt abseits der Küstenrouten und ist deshalb ruhig, auch wenn die Landschaft viel zu bieten hat.
Hier erfährst du, wie der Naturpark aufgebaut ist, was an den Hängen wächst, welche Wege es gibt und warum die Cueva de los Letreros und das Schloss von Vélez Blanco Pflichtstationen sind.
| Lage | Provinz Almería, zwischen den Senken von Chirivel und Huéscar |
|---|---|
| Fläche | 22.562 Hektar, erklärt am 17. Oktober 1987 |
| Gemeinden | Chirivel, María, Vélez Blanco, Vélez Rubio |
| Höhe | Alto de la Burrica über 2.000 m |
| Naturdenkmal | Sabina Albar bei Chirivel, auf rund 1.600 m |
| Besucherzentrum | Almacén del Trigo in Vélez Blanco |
| Beste Zeit | Frühjahr und Herbst, im Winter Schnee auf den Gipfeln |
Fragen, die diese Seite beantwortet
Wie ist die Sierra María-Los Vélez aufgebaut?
Der Naturpark liegt in der Provinz Almería zwischen den Senken von Chirivel und Huéscar. Er umfasst 22.562 Hektar und gehört zu den Gemeinden Chirivel, María, Vélez Blanco und Vélez Rubio. Die Deklaration erfolgte am 17. Oktober 1987. Das Gebiet besteht aus Bergmassiven, in denen sich Täler und steile Sierras abwechseln. Der Alto de la Burrica liegt über 2.000 Metern, und im Winter sind die Gipfel weiß, was den Kontrast zur kargen Umgebung verstärkt.
Große Temperaturschwankungen und wenige, oft heftige Niederschläge formen die Landschaft. Auf den vegetationsarmen Sonnenhängen der Sierra de la Muela schneidet die Erosion große Cárcavas und tiefe Barrancos in den Hang. Die Muelas bilden felsige Gipfel, auf denen im Winter Schnee liegt. In der Hoya de Taibena, in den tieferen Lagen, haben Äcker mit Getreide und Mandelbäumen Wald und Buschland ersetzt.
Geschützt ist das Gebiet mehrfach: als Zone von besonderem Erhaltungsinteresse im Netz Natura 2000, als Vogelschutzgebiet und mit dem Naturdenkmal Sabina Albar. Für manche Aktivitäten ist deshalb eine Genehmigung des Parks nötig, mehr dazu weiter unten.
Welche Pflanzen und Tiere gibt es im Park?
Den Wald bilden Aleppokiefern, Steineichen und Schwarzkiefern, in höheren Lagen kommen sommergrüne Laubbäume dazu. Der Pinar de la Alfahuara in der Gemeinde María ist einer der am besten erhaltenen Wälder der Provinz. Er war einst ein Jagdrevier (Coto de Caza) unter Philipp II. Zu den endemischen Pflanzen gehört die Centaurea de Sierra María, eine Flockenblume, die nur hier wächst.
Die Sabina Albar ist ein Wacholder auf etwa 1.600 Metern Höhe im Gemeindegebiet von Chirivel. Sie ist in Andalusien selten, ihr Alter wird auf Jahrtausende geschätzt, und sie steht als Naturdenkmal unter Schutz. Am Fuß der Sierra de María zeigt der Botanische Garten Umbría de la Virgen die Pflanzenwelt des Gebirges.

Bei den Tieren fallen die Vögel auf: Steinadler, Habichtsadler, Sperber, Uhu und Wanderfalke brüten in den Felsen. Dazu leben im Park Eichhörnchen, Dachs, Wildschwein und Steinbock. Eine Besonderheit ist der Apollofalter, ein Tagfalter, der in der Region typisch ist. Aus der Gegend sind außerdem die Maurische Landschildkröte und die Kreuzkröte bekannt.
Welche Wanderwege gibt es in der Sierra?
Zehn ausgeschilderte Wege durchziehen den Park. Vier starten in María: der Sendero Pinar de la Alfahuara, der Weg zum Jardín Botánico Umbría de la Virgen, La Umbría de la Virgen und der Sendero Norte de la Dehesa. In Chirivel beginnt der Sendero La Sabina zum Naturdenkmal. In Vélez Blanco starten die Wege zur Cueva de los Letreros (nur mit Führung), zur Umbría del Maimón, zum Pinar de las Muelas und zur Hoya de Taibena, zur Sierra Larga und zur Solana del Maimón.
- Pinar de la Alfahuara (María): der Wald, in dem einst der König jagte
- La Sabina (Chirivel): zum jahrtausendealten Wacholder
- Cueva de los Letreros (Vélez Blanco): nur angemeldet und geführt
- Pinar de las Muelas und Hoya de Taibena (Vélez Blanco): Felsgipfel und Ackerland im Kontrast
Für Radfahrer gibt es eine Forststraße von Vélez Blanco bis María, auf der Felsen und dichter Kiefernwald abwechseln. Bergsteiger besteigen den Alto de la Burrica; dafür ist eine Genehmigung des Parks nötig. Gleitschirmfliegen am Cerro El Gabar braucht ebenfalls eine Genehmigung. Weitere Touren im Land findest du bei Wandern in Andalusien.
Als Aussichtspunkte sind im Park ausgewiesen: Collado de las Arenas, Puerto del Peral und die Aussichtspunkte La Dehesa in María, La Sabina in Chirivel und Puntal del Morral in María. Zum Picknick laden die Erholungsgebiete La Piza und Los Alamicos in María ein, zum Zelten der kontrollierte Platz Las Almohallas bei Vélez Blanco.
Das Besucherzentrum Almacén del Trigo in Vélez Blanco, Calle Marqués de los Vélez 100, erklärt die natürlichen, kulturellen und archäologischen Werte der Sierra; die Telefonnummer ist +34 950 884 012. Der Park gibt offizielle Führer und Karten im Maßstab 1:40.000 heraus, auch auf Englisch und Deutsch, sowie Wanderführer. Für die Wege und Höhlen lohnt sich ein Besuch dort vorab.
Warum ist die Cueva de los Letreros so bedeutend?
Die Cueva de los Letreros in der Gemeinde Vélez Blanco stammt aus der Jungsteinzeit und ist mehr als 7.500 Jahre alt. Sie gehört zu den wichtigsten Stätten der Felskunst auf der Iberischen Halbinsel. In der Höhle ist der Indalo zu sehen, das Symbol der Provinz Almería. Du kannst sie nur angemeldet und mit Führung besuchen. Der ausgeschilderte Weg beginnt in der Nähe des Besucherzentrums Almacén del Trigo.
Die Cueva de Ambrosio stammt aus dem Paläolithikum. Beide Höhlen zeigen, dass Menschen die Sierra seit Jahrtausenden nutzen: Schon in der Vorzeit suchten sie Schutz an den Hängen. Für die Geschichte der Provinz Almería ist die Gegend von María und Vélez Blanco deshalb ein Schwerpunkt der Archäologie.

In Vélez Blanco steht das Castillo de los Vélez, eine Renaissance-Burg und nationales historisches Denkmal. Das Castillo de Andrade gehörte Pedro Fajardo y Chacón, dem ersten Marqués de los Vélez. Dazu kommt die Ermita de la Virgen de la Cabeza in María.
Eine Besonderheit ist die Partnerschaft des Parks mit dem Naturpark Altmühltal in Bayern, rund 100 Kilometer nördlich von München. Sie besteht seit 1990 und fördert den Austausch bei Naturschutz, Schulen, Universitäten und Unternehmen.
Für die Planung lohnt ein Blick auf die Jahreszeiten. Im Winter liegt Schnee auf den Muelas und auf dem Alto de la Burrica, was die Landschaft besonders reizvoll macht, die Wege in der Höhe aber anspruchsvoller. Im Frühjahr und Herbst sind die Temperaturen für Wanderungen im Kiefernwald angenehm. Im Sommer lohnt sich der frühe Morgen, denn die Temperaturschwankungen sind groß.
Welche Feste und Produkte prägen die Dörfer?
Die Dörfer feiern ihre Feste zu festen Terminen. In Chirivel sind die Fiestas Patronales de San Isidro in der zweiten Augusthälfte. In María wird die Romería de la Virgen de la Cabeza Ende April begangen. In Vélez Blanco folgt die Fiesta de la Cofradía de las Ánimas an Weihnachten, und Vélez Rubio feiert Feria und Fiestas Anfang August.
Zu den Produkten gehören die Weine der Bodega Palomillo, die jungen Rosé, Rotwein, im Holzfass gereiften Rotwein und Weißwein erzeugt und das Siegel der Marke Parque Natural de Andalucía trägt. Bekannt sind die Wurstwaren aus María, süße Spezialitäten, Espartogeflechte und das Gericht Migas. Übernachten kannst du in Vélez Blanco im Hotel Casa de los Arcos, einem Drei-Sterne-Haus, oder in María auf dem Camping Sierra María.
Wer Bergland und Küste verbinden will, kombiniert die Sierra mit dem Naturpark Cabo de Gata oder mit der Wüste von Tabernas. Ein Mietwagen, den du über die Seite Mietwagen in Andalusien buchen kannst, erleichtert das Fahren zwischen den Zielen.
Wie groß ist der Naturpark Sierra María-Los Vélez?
22.562 Hektar. Er liegt in der Provinz Almería und gehört zu Chirivel, María, Vélez Blanco und Vélez Rubio.
Wie alt sind die Felsmalereien der Cueva de los Letreros?
Mehr als 7.500 Jahre. Die Höhle stammt aus der Jungsteinzeit und zeigt den Indalo, das Symbol der Provinz Almería.
Kann man die Cueva de los Letreros ohne Führung besuchen?
Nein. Der Besuch ist nur angemeldet und mit Führung möglich. Der Weg beginnt nahe dem Besucherzentrum Almacén del Trigo in Vélez Blanco.
Wie hoch ist der höchste Punkt der Sierra?
Der Alto de la Burrica liegt über 2.000 Metern. Für die Besteigung ist eine Genehmigung des Parks nötig.
Was ist die Sabina Albar?
Ein Wacholder auf etwa 1.600 Metern Höhe bei Chirivel. Er ist als Naturdenkmal geschützt, in Andalusien selten, und sein Alter wird auf Jahrtausende geschätzt.
Wo kann ich in der Sierra übernachten?
In Vélez Blanco im Hotel Casa de los Arcos, in María auf dem Camping Sierra María und auf dem kontrollierten Zeltplatz Las Almohallas bei Vélez Blanco.
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