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Sierra de Castril

Sierra de Castril

Der Naturpark Sierra de Castril liegt im Nordosten der Provinz Granada und grenzt an den Naturpark Cazorla in Jaén. Auf rund 12.700 Hektar steigt das Gelände von 855 auf 2.136 Meter. Der Río Castril fließt durch Schluchten, über dem Dorf ragt die Peña de Castril mit einer Burgruine auf, und an den Felswänden brüten Gänsegeier.

Die Sierra de Castril ist ein Park für Leute, die Schluchten, Kiefernwälder und einen Fluss mit Forellen lieber ohne Menschenmassen erleben. Er ist weniger bekannt als sein Nachbar Cazorla und gerade deshalb ruhig: ein kleines Dorf, ein Fels als Wahrzeichen und Wege, die vom Dorfrand direkt in die Schlucht führen.

Diese Seite führt dich durch Lage, Pflanzen und Tiere, die wichtigsten Wanderwege, den Stausee Portillo, die Geschichte des Dorfes und die Feste im Jahreslauf.

LageNordosten der Provinz Granada, Gemeinde Castril
Flächerund 12.700 Hektar, erklärt am 28. Juli 1989
Höhe855 bis 2.136 Meter
WahrzeichenPeña de Castril (Monumento Natural) mit Burgruine
FlussRío Castril bis zum Stausee Portillo
BesucherzentrumCastril, an der A-326 Richtung Pozo Alcón
Beste ZeitFrühjahr, Frühsommer und Herbst

Wo liegt die Sierra de Castril und wie ist sie geschützt?

Der Park liegt im Nordosten der Provinz Granada und bildet die Fortsetzung der Gebirgslandschaft des Naturparks Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas, der in der Provinz Jaén anschließt. Er gehört vollständig zur Gemeinde Castril. Das Gelände steigt von 855 Metern im Tal auf 2.136 Meter in den Gipfelregionen. Der Park wurde am 28. Juli 1989 erklärt.

Zusätzlich ist das Gebiet als Zone von besonderem Erhaltungsinteresse (ZEC), als Vogelschutzgebiet (ZEPA) und als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewiesen. Die Peña de Castril, der Felsen über dem Dorf, ist ein eigenes Naturdenkmal.

Das Besucherzentrum liegt am Ortsrand von Castril an der A-326 in Richtung Pozo Alcón bei Kilometer 0,2. Es ist die erste Anlaufstelle für Faltblätter, Karten und Hinweise zu genehmigungspflichtigen Aktivitäten. Telefonisch erreichst du es unter +34 958 145 200 oder +34 958 720 059.

Holzsteg an einer Felswand über dem klaren Fluss in der Sierra de Castril

Welche Pflanzen und Tiere leben in der Sierra de Castril?

Die Pflanzenwelt gliedert sich nach Höhe und Feuchtigkeit. Am Fluss steht ein Galeriewald aus Weiden, Pappeln und Ulmen. In tieferen Lagen herrschen Steineichen und Aleppo-Kiefern vor. Wo es feuchter ist, wachsen Quejigo-Eichen, Eschen und Ahorne, dazu Flaumeichen, Sadebäume und Dornginster. In den Hochlagen kommen die Salgareño-Schwarzkiefer, Zwergwacholder und Polsterheiden auf Graten und Felsen vor. Auch seltene, nur hier vorkommende Pflanzen gehören zur Flora.

Zwei Waldbilder fallen auf: der Bestand um die Eibe Tejo de la Osa und der Zürgelbaum-Wald El bosque del Almez. Hochweiden wie die Prados del Conde liegen über der Waldgrenze.

Bei den Tieren steht die Gänsegeier-Kolonie im Vordergrund. Sie brütet an den steilen Felswänden und ist mit dem Fernglas gut zu beobachten. Dazu kommen Steinadler, Wanderfalke, Bartgeier und Uhu. Auf den Felsen lebt der Spanische Steinbock, im Wald Wildschwein, Wildkatze und Steinmarder; auch Mufflon und Damhirsch kommen vor. Im Fluss lebt die Bachforelle, die nicht durch andere Arten ersetzt wurde. Der Fischotter jagt sie, am Wasser sitzen Eisvogel und Wasseramsel. In den Gehöften weidet die Schafrasse Oveja segureña.

Das Nahrungsnetz am Fluss ist leicht zu verstehen: Die Bachforelle lebt im kalten, klaren Wasser, der Fischotter jagt sie, und Eisvogel und Wasseramsel ernten, was Bäche und Becken hergeben. Im Gebirge darüber kreisen die Geier, die von Aas leben und Felsnischen als Brutplatz nutzen. So zeigt auf wenigen Kilometern jeder Höhenabschnitt eigene Bewohner.

Für Vogelfreunde lohnt die Kombination mit dem Nachbarn im Norden: Der Naturpark Sierra de Cazorla bietet ähnliche Arten auf einer viel größeren Fläche.

Welche Wanderwege führen durch die Sierra de Castril?

Das Wegenetz ist ausgeschildert und beginnt zum Teil direkt am Dorf. Die Wege im Überblick:

  • Cerro del Buitre: 11 Kilometer zum Pico del Buitre, über 2.000 Meter hoch; unterwegs brüten Geier an den Felsen
  • Nacimiento del Río Castril: entlang des Flusses bis zur Quelle
  • Cerrada de Lézar und Cerrada de la Magdalena: Wege durch enge Schluchten
  • Barranco de la Osa: Karstschlucht
  • Cerro de la Empanada
  • Cortijo del Nacimiento – Prados del Conde
  • Fátima – Los Arenales
  • Hoyos de Moreno – Barranco de Canalejas
  • Puente de Lézar

Für Radfahrer ist der Carril Castril–El Corralón ausgewiesen. Aussichtspunkte gibt es am Chinar de Túnez, in Los Hiniestares und am Nacimiento del Río Castril. Erholungsplätze mit Tischen liegen an der Puente de Lézar und am Río Castril, und das Schutzhaus (Refugio-Vivac) Prados del Conde dient Wanderern als Unterstand.

Die Wege lassen sich gut kombinieren. Die beiden Cerradas, die engen Schluchten von Lézar und La Magdalena, führen in enge Einschnitte, in denen der Río Castril zwischen Felswänden verläuft. Der Barranco de la Osa dagegen führt durch ein Karstsystem mit Wald, in dem Eibe und Zürgelbaum wachsen. Wer die Hochlagen sucht, wählt die Strecke zu den Prados del Conde oder den Cerro del Buitre.

Für die Hochlagen brauchst du festes Schuhwerk, ausreichend Wasser und einen frühen Start, denn die Höhenunterschiede im Park betragen über 1.200 Meter.

Der Weg zur Quelle des Río Castril gehört zu den schönsten: Du folgst dem Wasser, bis es aus dem Berg tritt. Zum Nacimiento gibt es außerdem einen geologischen Pfad. Der Cerro del Buitre ist die anspruchsvollere Tour für Geübte.

Praktische Hinweise zu Ausrüstung und Jahreszeiten gibt die Seite Wandern in Andalusien. Karten und Wegbeschreibungen gibt das Besucherzentrum aus.

Stausee Portillo zwischen bewaldeten Bergen in der Provinz Granada

Was bieten Stausee, Höhlen und Forellenflüsse?

Der Río Castril fließt durch den Park bis zum Stausee Portillo. Auf dem See ist Kanufahren möglich, dafür ist eine Genehmigung des Parks nötig. Der Fluss selbst ist ein Revier für Forellenangler; auch hier gelten die Regeln des Parks.

Unter der Erde liegen Höhlen. Die Cueva de Don Fernando ist für Höhlenforscher gedacht und nur mit Genehmigung zugänglich; die Cueva del Muerto gehört ebenfalls zu den Höhlen des Parks. Das Karstsystem des Barranco de la Osa zeigt, wie das Gebirge Wasser aufnimmt und an anderer Stelle als Quelle wieder abgibt.

Wer Vögel beobachten möchte, braucht kaum mehr als ein Fernglas: Die Geierkolonie ist von den Wegen am Cerro del Buitre und von Aussichtspunkten aus zu sehen. Weil die Tierwelt in den Brutzeiten empfindlich ist, bleibst du auf den ausgeschilderten Wegen.

Welche Geschichte hat das Dorf Castril?

Über dem Dorf erhebt sich die Peña de Castril. Auf dem Fels liegen Reste der alten Siedlung, darunter eine Burg aus muslimischer Zeit. Von den Ruinen aus hast du Ausblick auf Sierra und Tal. Das Dorf gehört zu den Orten, die vom Wasser gelebt haben: Holz für den Schiffbau und die Glasherstellung waren früher wichtige Wirtschaftszweige.

Zur regionalen Küche gehört das ökologische Olivenöl der Genossenschaft Castril – Nuestra Señora del Rosario. Auf dem Teller landen daneben Lamm der Rasse Segureña und Rebhuhn aus zertifizierter Zucht.

Auch kulturell bewahrt Castril Tradition: Die Feria Grande im Oktober gehört zu den wichtigsten Festen. Wer die Burg und die Dörfer der Umgebung verbinden möchte, kann seinen Ausflug auf die Seite Provinz Granada ausdehnen.

Wann sind die Feste in Castril?

Die Festtermine im Jahreslauf:

  • Romería de la Virgen de la Cabeza: letzter Sonntag im April
  • Fiestas de la Virgen de Fátima: zweites Wochenende im Mai, im Ortsteil Fátima
  • Feria Grande: erstes Wochenende im Oktober

Die Fátima-Feste im Mai feiert der gleichnamige Ortsteil, die Feria im Oktober ist das Hauptfest des Dorfes.

Wie plane ich einen Besuch der Sierra de Castril?

Castril liegt abseits der großen Routen, die Anreise führt über die A-326 zwischen Pozo Alcón und Huéscar. Ein Mietwagen ist deshalb praktisch; Tipps dazu gibt die Seite Mietwagen in Andalusien. Für den Park reicht ein Tag: morgens zum Besucherzentrum, dann ein Weg wie die Quelle des Río Castril oder die Cerrada de Lézar, mittags eine Rast im Dorf, am Nachmittag der Aufstieg zur Burgruine oder eine Fahrt zum Stausee.

Wer mehrere Tage bleibt, kombiniert die Sierra de Castril mit dem Nachbarpark Cazorla und den Renaissance-Städten Úbeda und Baeza. Als Unterstand dient das Refugio-Vivac Prados del Conde; Einzelheiten gibt das Besucherzentrum.

Passend dazu: Miel de Granada: Honig mit geschützter Herkunft aus der Provinz Granada.

Wie groß ist der Naturpark Sierra de Castril?

Rund 12.700 Hektar. Er wurde am 28. Juli 1989 erklärt und liegt im Nordosten der Provinz Granada.

Wie hoch sind die Berge?

Das Gelände steigt von 855 auf 2.136 Meter. Der Cerro del Buitre führt zum Pico del Buitre, der über 2.000 Meter hoch ist.

Welche Tiere leben dort?

Gänsegeier, Steinadler, Wanderfalke, Uhu, Steinbock, Wildkatze, Bachforelle und Fischotter.

Kann man im Stausee Portillo Kanu fahren?

Ja, Kanufahren ist möglich, dafür ist eine Genehmigung des Parks nötig.

Wo liegt das Besucherzentrum?

In Castril an der A-326 in Richtung Pozo Alcón, bei Kilometer 0,2.

Wann ist die Feria Grande in Castril?

Am ersten Wochenende im Oktober. Die Romería de la Virgen de la Cabeza ist am letzten Sonntag im April.

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