Der Naturpark Sierra de Cardeña y Montoro erstreckt sich über 38.449 Hektar im Nordosten der Provinz Córdoba. Granitebenen mit Steineichen-Dehesas, die einzige Population der Pyrenäeneiche der Provinz, das Tal des Río Yeguas mit Adlern und Luchsen sowie Olivenhänge bei Montoro machen ihn zu einem der unberührtesten Teile der Sierra Morena.
Die Sierra Morena wirkt aus der Ferne wie ein dunkles Gebirge. Im Park ist sie etwas ganz anderes: eine weite, sanft gewellte Granitfläche in rund 750 Metern Höhe, bedeckt mit lichtem Eichenwald und umgeben von tief eingeschnittenen Tälern. Die Dehesas sind jung, die Dörfer klein, und ein Teil der Wege folgt alten Viehtriebwegen.
Diese Seite zeigt den Aufbau der Landschaft, Pflanzen und Tiere, die Geschichte der Dehesas, vier Routen mit Entfernungen und die Kultur rund um die Eichelmast des iberischen Schweins.
| Lage | Nordosten der Provinz Córdoba, an den Grenzen zu Jaén und Ciudad Real |
|---|---|
| Fläche | 38.449 Hektar, geschützt seit 1989 |
| Gemeinden | Cardeña und Montoro |
| Dehesa | rund 40 Prozent der Parkfläche |
| Mittlere Höhe der Granitebene | 750 Meter |
| Höchster Berg der Umgebung | Bañuela in der Sierra Madrona, 1.328 Meter |
| Besonderheit | einzige Pyrenäeneichen (Roble melojo) der Provinz Córdoba, auf weniger als 400 Hektar |
Fragen, die diese Seite beantwortet
- Wo liegt der Naturpark und wie ist die Landschaft aufgebaut?
- Welche Pflanzen sind typisch für die Dehesa und die Täler?
- Welche Tiere leben im Yeguas-Tal und in den Dehesas?
- Wie entstanden die jungen Dehesas, und wer lebte hier?
- Was hat die Eichelmast mit dem Iberischen Schinken zu tun?
- Welche Routen führen durch den Park, und was kann man sehen?
Wo liegt der Naturpark und wie ist die Landschaft aufgebaut?
Der Park liegt im äußersten Nordosten der Provinz Córdoba. Im Norden grenzt er an die Provinz Ciudad Real, im Osten an Jaén. Dort teilt der Río Yeguas die Grenze mit dem Naturpark Sierra de Andújar, mit dem er viele Merkmale teilt. Im Westen beginnt die Comarca Los Pedroches, zu der der Teil mit der Gemeinde Cardeña eigentlich gehört. Im Norden bilden die Höhen der Sierra Madrona die Grenze, mit der Bañuela (1.328 Meter), der höchsten Erhebung der Sierra Morena.
Die Gemeinden Cardeña und Azuel liegen knapp außerhalb der Parkgrenze. Montoro, Villa del Río und Marmolejo sind im Süden nur etwa 15 Kilometer entfernt, Villanueva de Córdoba im Westen ebenso. Im Innern gibt es zwei Weiler: Venta del Charco und die Aldea del Cerezo. Die Fläche beträgt 38.449 Hektar.
Zwei große Landschaften prägen das Bild. In der Mitte liegt eine Granitebene mit weich gewellten Dehesas auf durchschnittlich 750 Metern. Am Rand haben Flüsse tiefe Täler gegraben, mit steilen Hängen, Felsen und Buschwald. Die wichtigsten Flüsse sind der Yeguas im Norden und Osten und der Arenoso im Westen. Dass der Park „Sierra“ heißt, täuscht: Wer vom Guadalquivir heranfährt, sieht Hügel von ähnlicher Höhe, doch es handelt sich nicht um eine Faltenkette, sondern um eine von Flüssen zerschnittene Ebene mit einer Stufe zum Tal.
Unter der Dehesa liegt ein Granitbatholith. Er tritt an vielen Stellen zutage, aus Quarz, Feldspat und dunklem Biotit, blaugrau oder durch Eisen rosa. Die Verwitterung bildet einen körnigen Sand, die „Saliega“, nach der die Bewohner „los de la saliega“ heißen. Runde Blöcke, die „Bolos“ oder wegen ihrer Form „Lomos de ballena“, ragen aus dem Boden. Sie dienen Luchsen, Dachsen, Füchsen und Kaninchen als Bau und dem Uhu als Ansitz. Aus dem Granit sind Tröge, Brunnen und Grenzsteine gebaut, und trockengemauerte Steinzäune begrenzen die Güter.

Welche Pflanzen sind typisch für die Dehesa und die Täler?
Die Steineiche herrscht in der Dehesa, doch die botanische Besonderheit ist die Pyrenäeneiche (Roble melojo, Quercus pyrenaica). Sie wächst in der Provinz Córdoba nur hier und in Andalusien an wenigen Orten. Es gibt zwei Bestände, den größeren bei der Venta del Charco und einen kleineren in der Nähe des Besucherzentrums Venta Nueva, zusammen auf weniger als 400 Hektar. Als begrenzender Faktor wirkt der Niederschlag: Die Gegend um die Venta del Charco ist die niederschlagsreichste der Provinz. Wegen des Regens bilden sich auf dem undurchlässigen Granit zeitweilige Teiche, in denen Laubfrosch (Rana de San Antonio) und Iberischer Molch Zuflucht finden. Das wertvolle Holz war einer der Gründe, warum frühere Bestände verschwanden. Die Pyrenäeneiche trägt in der Gegend viele Ortsnamen, etwa Robledillo und Roblegordo.
Die Dehesas sind gemischt. Neben Steineichen wachsen Korkeichen, Zerreichen, Pyrenäeneichen und der Wildbirnbaum, der hier „Garullo“ heißt (Pyrus bourgeana). Seine kleinen Früchte werden zum Spätsommer weinrot, sind hart und bitter und werden von Wildschweinen und Vieh gefressen. Im Herbst färben sich die Blätter der Eichen gelblich, die Stämme der Korkeichen sind nach dem Schälen rot.
An den Talhängen ist der Mittelmeerwald nicht gerodet worden. Auf den Südhängen wachsen Kermeseiche, Zistrosen und wilde Oliven, auf den Schattenhängen Erdbeerbaum, Heide und Steinlinde. In den Bachtälern stehen Oleander und Tamujo. Die Aufforstungen der Fünfzigerjahre mit Schwarzkiefern wurden vielerorts aufgelichtet, damit der Buschwald zurückkehren kann.
Welche Tiere leben im Yeguas-Tal und in den Dehesas?
Das Yeguas-Tal ist die Zone mit dem höchsten ökologischen Wert. Der Fluss durchbricht das Granitmassiv und bildet ein tiefes Tal mit steilen Felsen, in dem Steinadler brüten. Der Iberische Luchs findet zwischen Felsen und Buschwerk seinen Lebensraum und jagt dort sein wichtigstes Beutetier, das Kaninchen. Das Yeguas-Tal und die Sierra de Andújar sind ein Kerngebiet der Art. Zum Schutz des Luchses werden Kaninchenburgen aus Eichenästen („Tamareros“) gebaut, Wasserstellen angelegt und Einsaaten gemacht. Im Besucherzentrum Venta Nueva hängen Fotos einzelner Luchse.
In der Dehesa leben Rothirsch, Vieh und Schwarzwild nebeneinander. Im Sommer und Herbst weidet der Hirsch auf den Weiden der Dehesa, wenn im Buschwald das Futter knapp wird. Die Dehesa ist außerdem Brutort des Spanischen Kaiseradlers, der in großen Bäumen nistet. Auffällig ist die Elster, und sie hat einen Gegenspieler: Der Häherkuckuck legt seine Eier in Elsternester, und die Jungvögel der Elster überleben das nicht. Die Blauelster (Rabilargo oder „Mojino“) fliegt in lärmenden Trupps durch Oliven und Kiefern, mit blaugrauem Gefieder und schwarzer Kappe. In den Hügelzonen der Montoro-Seite wächst Bio-Olivenhain, durch den im Winter Segureña-Schafe aus der Sierra de Segura wandern.
Zwei afrikanische Raubtiere leben im Buschwald: die Ginsterkatze, die früher in Häusern und auf Schiffen Mäuse fing, und der Ichneumon, der auch Schlangen jagt. Beide fressen außerdem Feigen, Brombeeren und Beeren. Auf den Granitblöcken sitzt der Uhu. Seine Gewölle zeigen, was er gefressen hat.

Wie entstanden die jungen Dehesas, und wer lebte hier?
Bis vor etwa 150 Jahren bedeckte fast die gesamte Fläche ein beinahe unberührter Mittelmeerwald. Es gab kaum Siedlungen, der Raum war Durchgangsland zwischen dem Guadalquivir-Tal und der Mancha. Dieser dünn besiedelte Raum ließ Luchs und Wolf überleben. Zwei römische Straßen führten hindurch: die Via Augusta, die von Cástulo (Linares) nach Gades (Cádiz) das Tal durchquerte, und die Straße von Epora nach Solia (El Guijo). Reste sind bei Montoro und bei Las Casillas erhalten. Epora, das heutige Montoro, war die erste Station auf dem Weg von Córdoba nach Cástulo. In maurischer Zeit gehörte ein großer Teil zur Provinz Fahs al-Ballut, dem „Eichelland“, einer Grenzregion zur Mancha. Von den Festungen und Wachtürmen stehen noch die Burg von Azuel und die Türme von Mañuelas und El Escorial. 1240 eroberte Ferdinand III. Montoro endgültig.
Das Land war bis ins 18. Jahrhundert fast unbewohnt, nur an den Wegen standen Ventas. Dann begann man, den Wald zu roden und in Dehesa zu verwandeln. Mit den „Rozas“ wurde Buschwerk abgebrannt, und alle elf Jahre wurde Getreide gesät: Weizen, Gerste, Roggen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als Gemeindeland verkauft wurde (Desamortisation), schufen die neuen Eigentümer die heutigen Dehesas. Statt Brennen wurde jetzt das Buschwerk samt Wurzeln ausgerissen („Descuaje“). Die Arbeiter hießen „Materos“, oft Zuwanderer aus Jaén, Granada und vor allem Almería. Ihr Werkzeug war der „Azaón“, eine Mischung aus Axt und Hacke von 6,5 Kilogramm. Die Dehesas sind deshalb kaum älter als 100 Jahre und haben mehr Bäume pro Hektar als die benachbarten Pedroches.
Die Gemeinde Cardeña trennte sich 1930 von Montoro und ist die jüngste der Provinz. Die Dehesa nimmt 40 Prozent der Parkfläche ein und trägt Rinder, Schafe, Pferde und Schweine. Im Herbst werden Pilze gesammelt, dazu gehören Echter Reizker (Níscalo), der Faisán de jara und der Parasol. In Montoro wird Esparto handwerklich verarbeitet.
Was hat die Eichelmast mit dem Iberischen Schinken zu tun?
Die Dehesa ist das Reich des Iberischen Schweins. Die Eicheln der Pyrenäeneichen fallen ab dem Ende des Sommers, die der Steineichen bis tief in den Winter. In der Zeit der Montanera frisst ein Schwein täglich acht bis neun Kilogramm Eicheln und nimmt dabei ein Kilogramm zu. Das Iberische Schwein kann Fett im Muskel einlagern; das bringt die Marmorierung. Dazu muss es sich viel bewegen, und das Fett wird durch Eicheln, Wurzeln, Gras und Insekten aromatisch.
Die Herstellung eines Schinkens umfasst vier Stufen. Zuerst wird der Schinken eine Woche bis zehn Tage mit Meersalz bedeckt, bei 1 bis 5 °C und 80 bis 90 Prozent Luftfeuchte, dann mit lauwarmem Wasser abgewaschen. Es folgen Ruhe, Reifung und Lagerung in den Trockenkellern. Mehr zu Kategorien und Herkunft steht auf der Seite zum Jamón ibérico.
Zur Dehesa gehören auch Bienenstöcke, Jagd und Weide. In Cardeña zeigt die Sala Expositiva del Arte de la Caza die Jagd von der Vorgeschichte bis zu Rececho und Montería. Die Gemeinde besitzt außerdem ein Jardín Mediterráneo mit einheimischen Pflanzen.
Welche Routen führen durch den Park, und was kann man sehen?
Die vier Routen verbinden Auto, Rad und kurze Spaziergänge. Tankstellen gibt es nur in den Orten am Anfang oder Ende, deshalb sollte man vollgetankt starten.
- Route 1, Entre pinares y robles: 26,3 Kilometer, eine halbe Tagestour, geringe Schwierigkeit. Sie führt aus der Guadalquivir-Senke durch Kiefernwald und Sandstein in das Granitland mit den Pyrenäeneichen. Am besten im Herbst oder Frühling.
- Route 2, La berrea y el paisaje: 37,65 Kilometer, eine halbe Tagestour, für das Rad anspruchsvoll. Sie führt von den Olivenhainen am Rand über Dehesas und Wälder zu Aussichtspunkten und zu den Tälern. Im Herbst sind dort die Hirsche zu hören.
- Route 3, El granito: 9,1 Kilometer, leicht. Der Weg verbindet Cardeña mit der Aldea del Cerezo und folgt der Vereda de Valdecañas und der Colada del Cerezo. Zu sehen sind Steinzäune, Bolos und Vögel. Der Weg eignet sich zu Fuß, mit dem Rad oder zu Pferd.
- Route 4: 48,25 Kilometer mit dem Auto, ein Tag. Sie beginnt in Montoro, führt nach Azuel und zum Stausee Martín Gonzalo, den Vogelbeobachter besuchen.
Besucherzentrum und Freizeitfläche Venta Nueva liegen nahe Cardeña. In Cardeña steht seit 2005 ein astronomisches Observatorium mit einem 14-Zoll-Teleskop (355,6 Millimeter) und einem Planetarium, weil die Lichtverschmutzung gering ist. Als Nachbarn bieten sich die Sierra de Hornachuelos und die Stadt Córdoba an; die Provinz beschreibt die Seite zur Provinz Córdoba.
Passend dazu: Aceite Montoro-Adamuz: das phenolreiche DOP-Olivenöl aus der Sierra Morena.
Wie groß ist der Naturpark Sierra de Cardeña y Montoro?
Er umfasst 38.449 Hektar im Nordosten der Provinz Córdoba und ist seit 1989 geschützt.
Welche Eichenart gibt es nur hier?
Die Pyrenäeneiche (Roble melojo). Sie ist die einzige Population der Provinz Córdoba und wächst auf weniger als 400 Hektar bei der Venta del Charco und der Venta Nueva.
Wie viel Dehesa hat der Park?
Rund 40 Prozent der Fläche. Die Dehesas sind erst gut 100 Jahre alt und dichter bewachsen als die der benachbarten Pedroches.
Wo kann man den Iberischen Luchs finden?
Im Tal des Río Yeguas und in angrenzenden Zonen, die der Park mit der Sierra de Andújar teilt. Fotos einzelner Tiere hängen im Besucherzentrum Venta Nueva.
Was ist die Montanera?
Die Zeit, in der Iberische Schweine in der Dehesa Eicheln fressen. Sie nehmen dabei täglich acht bis neun Kilogramm auf und gewinnen ein Kilogramm Gewicht.
Wie lang ist die Route durch Montoro und Azuel?
48,25 Kilometer, mit dem Auto, ein Tag.
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