Der Naturpark Los Alcornocales reicht von den Sierras im Inneren der Provinz Cádiz bis zu den Stränden von Tarifa. Er ist seit 1989 geschützt und beherbergt den größten Korkeichenwald der Iberischen Halbinsel. In engen Schluchten, den Canutos, wächst ein Nebelwald aus Lorbeergewächsen, ein Überbleibsel der Tertiärzeit.
Dichte Korkeichen, dunkle Schluchten mit Lorbeerwald, Geier am Himmel und Rinder mit rotbraunem Fell zwischen den Bäumen: Los Alcornocales ist einer der größten Naturparks Andalusiens und trotzdem weniger bekannt als die Sierra de Grazalema nebenan. Der Name bedeutet „die Korkeichenwälder“ und beschreibt das Gebiet genau.
Diese Seite erklärt dir, was den Park geologisch und botanisch auszeichnet, welche Wege ohne Genehmigung offen sind, welche eine Anmeldung brauchen und welche Tiere du hier siehst. Die Angaben stammen von der Junta de Andalucía.
| Lage | Provinzen Cádiz und Málaga, von den Sierras bis zur Küste bei Tarifa |
|---|---|
| Schutzstatus | Naturpark seit 28. Juli 1989, ZEPA, ZEC und Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats |
| Besonderheit | größter erhaltener und genutzter Korkeichenwald der Iberischen Halbinsel |
| Landschaft | Canutos, Schluchten mit Nebelwald und Lorbeergewächsen |
| Besucherzentrum | El Aljibe bei Alcalá de los Gazules, mit Botanischem Garten |
| Wege | 18 Wanderwege und 8 Radrouten |
| Orte | Alcalá de los Gazules, Jimena de la Frontera, Castellar de la Frontera, Medina-Sidonia |
Fragen, die diese Seite beantwortet
- Was macht Los Alcornocales zu einem besonderen Naturpark?
- Was sind Canutos und warum sind sie so wertvoll?
- Welche Wege ohne Genehmigung lohnen sich?
- Welche Wege im Park brauchen eine Genehmigung?
- Welche Tiere leben in Los Alcornocales?
- Welche Spuren hat der Mensch im Park hinterlassen?
- Wo beginnt man einen Besuch im Naturpark?
Was macht Los Alcornocales zu einem besonderen Naturpark?
Die Junta de Andalucía beschreibt den Park als einen Komplex von Gebirgszügen in ausgezeichnetem Erhaltungszustand. Er erstreckt sich von den Sierras im Inneren der Provinz Cádiz bis zu den Stränden von Tarifa. Im Norden reicht er bis nach Cortes de la Frontera in der Provinz Málaga. Zu den Gemeinden gehören unter anderem Alcalá de los Gazules, Algar, Arcos de la Frontera, Benalup-Casas Viejas, Castellar de la Frontera, Jimena de la Frontera, Medina-Sidonia und Tarifa.
Die Schutzgeschichte ist lang. Die Erklärung zum Naturpark erfolgte am 28. Juli 1989. 2003 kam der Status als Vogelschutzgebiet hinzu, 2004 die Aufnahme in die Europäische Charta für nachhaltigen Tourismus, 2006 die Einstufung als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung und die Anerkennung des Parks als Teil des Interkontinentalen Biosphärenreservats des Mittelmeers, das Andalusien und Marokko verbindet. 2012 wurde er zum besonderen Erhaltungsgebiet und 2017 vergrößert.
Der Boden besteht überwiegend aus Sandstein. Auf ihm wächst der dichte Korkeichenwald, in höheren Lagen tritt blanker Fels zutage. Feuchtigkeit von der Küste staut sich in tiefen, engen Tälern und bildet dort Nebelwälder. Wasser sammeln Flüsse, Bäche und Stauseen wie der Embalse del Barbate.
Die vielen Schutzkategorien haben unterschiedliche Aufgaben. Als Naturpark regelt der Park die Nutzung durch Besucher, Landwirtschaft und Jagd. Als Vogelschutzgebiet sichert er die Lebensräume der Greifvögel, als besonderes Erhaltungsgebiet die Lebensräume nach der europäischen Naturschutzrichtlinie. Das Biosphärenreservat verbindet Schutz mit nachhaltiger Entwicklung der Dörfer. Für dich heißt das: Auf vielen Wegen gelten feste Regeln, die du vorab auf der Seite der Junta prüfst, und an Jagdtagen und nach starkem Regen können Wege gesperrt sein.
Was sind Canutos und warum sind sie so wertvoll?
Canutos sind schmale, tiefe Täler, in denen die Feuchtigkeit nicht entweicht. Die Junta beschreibt sie als die Quellgebiete von Flüssen und Bächen und als ein Markenzeichen des Parks. Darin wächst die Laurisilva, ein Lorbeerwald, den die Junta als tertiäres Relikt einstuft. Arten sind Lorbeer, Ojaranzo, Durillo und Stechpalme. Der Ojaranzo gilt als Überlebender früherer geologischer Epochen.
Rund um die Canutos ändert sich die Vegetation auf kurzer Strecke. Im Jardín Botánico El Aljibe wird der Wechsel entlang eines Weges gezeigt: Canutos, Quejigo-Eichenwälder, Korkeichenwälder, Eichenwälder, Nebelwälder, Wildolivenhaine, Bujeos, Lagunenränder und Herrizas. Der Garten zeigt die Flora des Parks einschließlich Pflanzen, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.
Weitere Pflanzen des Parks sind Gallen-Eichen und Andalusische Eichen an feuchteren Standorten, Wildolivenhaine auf Tonböden, die teils für Weideflächen gerodet wurden, und Mittelmeergebüsch mit Zistrosen, Heidekraut und Cantueso. Die Herriza ist ein dichtes Gebüsch auf metallreichen Böden in den höheren Lagen.
Welche Wege ohne Genehmigung lohnen sich?
Der Sendero Patrite, früher Ruta de los Molinos genannt, liegt in der Gemeinde Alcalá de los Gazules. Er ist 1.625 Meter lang, wird in einer Richtung gegangen, dauert etwa eine Stunde und gilt als leicht. Der Weg beginnt am Ende der Straße CA-6201 zwischen Alcalá de los Gazules und Patrite. Er folgt der Vereda Patrite-Jimena, einem Viehtriebweg, der Alcalá de los Gazules mit Jimena de la Frontera verbindet. Er verläuft fast eben neben dem Fluss Rocinejo und dem Kanal, der die Mühlen speiste. Entlang des Weges liegen Reste der Mühlentätigkeit wie Wasserleitungen, Mühlsteine und Mühlen, früher benutzten ihn Köhler, Korkschäler, Hirten und Handwerker. Vor dem Start informiert eine Tafel.
Der Sendero Río de la Miel liegt bei El Cobre, einem Stadtteil von Algeciras. Er ist 2.412 Meter lang, dauert etwa 50 Minuten und gilt als leicht. Der Pfad führt am Fluss entlang durch dichte Vegetation, vorbei an der Mühle Escalona, die zu den wenigen noch arbeitenden im Park zählt, über eine Steinbrücke und durch einen engen Canuto. Am Ende liegt ein Wasserfall zwischen zwei großen Felsen, der in ein blaugrünes Becken fällt. Die Erlen bilden dabei ein dichtes Wurzelwerk. Baden ist verboten, ebenso Campingmöbel. Für beide Wege gilt: Nach starkem Regen oder wegen der Jagd gibt es Sperrungen, deshalb prüfst du den Stand vorab auf der Seite der Ventana del Visitante.
Insgesamt gibt es im Park 18 Wanderwege und 8 Radrouten. Eine Übersicht über Wanderziele in der Region findest du auf der Seite Wandern in Andalusien.
Welche Wege im Park brauchen eine Genehmigung?
Für mehrere Routen ist eine vorherige Genehmigung nötig: die Besteigungen von Picacho und Aljibe, La Sauceda, der Canuto de Risco Blanco, die Travesía del Aljibe, die Radroute Picacho-Peguera, der Arroyo de San Carlos del Tiradero und die Llanos del Juncal. Auch Paddeln ist genehmigungspflichtig. Die Junta führt außerdem ein Verzeichnis kurzfristiger Sperrungen, zum Beispiel nach starkem Regen und an Jagdtagen. Prüfe es vor jeder Tour.
Als Aktivitäten nennt die Junta Bergsteigen auf Aljibe und Picacho, Höhlenbefahrungen am Ramblazo-Motillas, Canyoning in der Garganta de Buitreras, die ein Naturdenkmal ist, Reiten bei La Almoraima und im Herbst das Pilzesammeln. Für Vogelbeobachter ist der Durchzug von Greifvögeln besonders interessant.
Welche Tiere leben in Los Alcornocales?
Bei den Vögeln nennt die Junta Wasseramsel, Eisvogel, Grasmücken und Finken sowie Zwergadler, Schlangenadler, Mäusebussard, Habicht, Sperber und Waldkauz. Dazu kommen Gänsegeier, Schmutzgeier, Habichtsadler, Uhu und Wanderfalke. Die Geier sind laut Junta besonders wegen der vielen Rinder und Weidetiere in der Gegend häufig und zeigen mit kreisendem Flug, wo es Aas gibt.
Zu den Säugetieren zählen Iberisches Reh, Damhirsch, Rothirsch, Ginsterkatze und Dachs. Der Park beherbergt die größte Population des Ichneumons auf der Iberischen Halbinsel. Als Weidetiere sind Rinder der Rasse Retinta typisch.
Welche Spuren hat der Mensch im Park hinterlassen?
Die traditionelle Landnutzung hat die Landschaft geprägt. Als Beispiel für Felskunst nennt die Junta Tajo de las Figuras. Die Dörfer Jimena de la Frontera, Alcalá de los Gazules und Castellar de la Frontera sind Teil des kulturellen Erbes. In Jimena gibt es eine Informationsstelle für Pilze.
Weiße Dörfer im Umfeld des Parks sind Arcos de la Frontera und Medina-Sidonia, an der Küste liegt Tarifa. Das benachbarte Biosphärenreservat der Sierra de Grazalema teilt einige Gemeinden mit dem Park. Eine Übersicht bietet die Seite zur Provinz Cádiz.
Wo beginnt man einen Besuch im Naturpark?
Das Besucherzentrum El Aljibe liegt an der A-2228, etwa einen Kilometer von Alcalá de los Gazules in Richtung Benalup-Casas Viejas. Die Zufahrt führt über die Ausfahrt 42 der A-381 von Jerez nach Los Barrios. Neben dem Zentrum liegt der Botanische Garten. Ein zweites Besucherzentrum heißt Huerta Grande. Außerdem gibt es Rastplätze, viele Aussichtspunkte und Beobachtungsstände, ein Naturklassenzimmer, die Herberge Casa de las Beatas und eine Informationsstelle für Pilze in Jimena. Die Öffnungszeiten stehen auf der Seite der Junta.
Allgemeine Regeln der Junta: auf markierten Wegen bleiben, kein Feuer und keine Zigaretten wegwerfen, Müll mitnehmen, leise sein, Anwohner und Privatbesitz achten, Haustiere nicht aussetzen und nur auf ausgewiesenen Flächen parken. Die Dörfer des Parks liegen weit auseinander, ein Mietwagen erleichtert die Anreise. Die Autobahn A-381 verbindet Jerez mit dem Gebiet.
Passend dazu: Naturpark Sierra Norte de Sevilla, Naturpark Sierra de Hornachuelos.
Wo liegt der Naturpark Los Alcornocales?
Er liegt zwischen den Provinzen Cádiz und Málaga und reicht von den Sierras im Inneren der Provinz Cádiz bis zu den Stränden von Tarifa.
Seit wann ist Los Alcornocales ein Naturpark?
Seit dem 28. Juli 1989. 2006 erkannte die UNESCO den Park als Teil des Interkontinentalen Biosphärenreservats des Mittelmeers an.
Was ist ein Canuto?
Ein enges, tiefes Tal, in dem Feuchtigkeit bleibt. Dort wächst die Laurisilva mit Lorbeer, Ojaranzo, Durillo und Stechpalme, ein tertiäres Relikt.
Wie lang ist der Sendero Patrite?
Er ist 1.625 Meter lang, dauert etwa eine Stunde und ist leicht. Früher hieß er Ruta de los Molinos.
Kann man im Río de la Miel baden?
Nein. Der Fluss ist nicht als Badezone ausgewiesen, Campingmöbel sind ebenfalls verboten.
Wie viele Wanderwege gibt es?
Die Junta nennt 18 Wanderwege und 8 Radrouten. Einige davon brauchen eine Genehmigung.
Mehr Naturziele in Andalusien
Nationalparks, Naturparks, Schluchten und Höhlen im Überblick.
