Andalusien.info
Cuevas de Sorbas

Cuevas de Sorbas

Der Paraje Natural Karst en Yesos de Sorbas in der Provinz Almería ist seit 1989 geschützt und birgt mehr als 1.000 Höhlen im Gips. Das Cueva-del-Agua-System ist fast 8.500 Meter lang und das größte Gipshöhlensystem Spaniens. Geführte Touren, ein Besucherzentrum und ein Geologiemuseum machen das Gebiet erlebbar.

Wer im Osten der Provinz Almería von der Autobahn abfährt, sieht zuerst eine Steppe: Ginster, Thymian und Halfagras auf hellem Boden. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass dieser Boden Löcher hat. Unter der Steppe liegt ein Labyrinth aus Gängen, Kuppeln und Kristallen, ausgewaschen aus einer Gipsschicht, die mehr als 100 Meter dick ist.

Diese Seite erklärt dir, wie der Karst entstanden ist, welche Höhlen es gibt, wie die geführten Touren aufgebaut sind, was der Naturraum an Pflanzen und Tieren bietet und welche Einrichtungen der Junta de Andalucía dir die Geologie erklären.

LageGemeinde Sorbas, Provinz Almería, Ostende des Wüstenkorridors Tabernas-Sorbas
SchutzstatusParaje Natural seit 28. Juli 1989, außerdem ZEC, ZEPA und LIC
GesteinGips, mehr als 100 Meter mächtige Schicht
Höhlenmehr als 1.000 Hohlräume, meist untereinander verbunden
Größtes SystemCueva del Agua, rund 8.500 Meter Gänge
BesucherzentrumLos Yesares, etwa 2 Kilometer vom Ort Sorbas
FührungenCuevas de Sorbas, Paraje Barranco del Infierno

Wie ist der Gipskarst bei Sorbas entstanden?

Der Gips lagerte sich vor Millionen Jahren ab, als ein flaches Meer im Mittelmeerraum verdunstete. Es entstand eine Schicht von mehr als 100 Metern Dicke. Später zog sich das Meer zurück, und das Regenwasser begann den Gips aufzulösen. Gips ist deutlich leichter löslich als Kalkstein, deshalb bildeten sich hier so viele Hohlräume auf engem Raum.

Die Junta de Andalucía beschreibt die Folgen für die Oberfläche: Geschlossene Senken, sogenannte Dolinen, und Schächte, die „Fenster des Karsts“, verbinden die Steppe mit den unterirdischen Galerien. Mehr als 100 solcher Brunnen oder Schächte führen von der Oberfläche in den Untergrund. Eine Besonderheit sind die Túmulos, kleine Aufwölbungen, die laut Junta nur in diesem Gipskarst auftreten.

Der Naturraum liegt am östlichen Ende des Wüstenkorridors zwischen Tabernas und Sorbas. Die Junta nennt das Gebiet den trockensten Raum Europas. Wie die Wüste von Tabernas ist die Gegend nach den Maßstäben Mitteleuropas extrem trocken, und doch fließt unter der Steppe Wasser durch den Gips.

Welche Höhlen gibt es im Karst en Yesos de Sorbas?

Bekannt sind mehr als 1.000 Hohlräume, die meisten sind miteinander verbunden. Das größte System ist die Cueva del Agua mit fast 8.500 Metern Gängen. Die Junta nennt es das größte Gipshöhlensystem Spaniens und das zweitgrößte erforschte weltweit. In den Höhlen wachsen Stalaktiten, Stalagmiten, Säulen und Gebilde, die Korallen genannt werden. Der Gips ist kristallin und reflektiert das Licht der Lampen.

Die Höhle, die bei den meisten Touren des Veranstalters betreten wird, liegt etwa 200 Meter von den Einrichtungen am Barranco del Infierno entfernt. Die Cueva del Agua ist nicht Teil der Standardrouten: Die Sonderroute zur Cueva del Agua dauert etwa vier Stunden und findet meist nur im Sommer statt. Wer Tropfsteinhöhlen im Kalk kennenlernen möchte, findet auf der Seite zu den Cuevas de Nerja das Gegenstück.

Wie laufen die Führungen der Cuevas de Sorbas ab?

Die Höhlenbesuche im Paraje Natural sind nur geführt möglich. Die Junta führt Höhlentouren im Gebiet als abgestimmt und begleitet. Der Veranstalter Cuevas de Sorbas (Natur-Sport Sorbas) sitzt im Paraje Barranco del Infierno, rund 2 Kilometer vom Ort Sorbas. Dort gibt es einen Parkplatz, Toiletten, ein Restaurant mit Terrasse, einen Laden und einen Vorführraum. Die Anlage hat Hochsaison in der Karwoche und vom 1. Juli bis zum 10. September.

Der Veranstalter bietet mehrere Routen an:

  • Die Ruta Básica dauert etwa anderthalb bis zwei Stunden und ist für Kinder geeignet.
  • Die Ruta Combinada dauert etwa vier Stunden und ist für Jugendliche gedacht.
  • Die Ruta Técnica dauert etwa viereinhalb Stunden und ist nur für Erwachsene.
  • Die Ruta Didáctica gibt es für Schulen während des Schuljahrs.
  • Die Sonderroute zur Cueva del Agua dauert etwa vier Stunden und findet meist nur im Sommer statt.

Als Kinder gelten Gäste von 3 bis 11 Jahren, Erwachsene sind Gäste ab 12. Kinder unter 3 Jahren dürfen mit, wenn sie den Großteil des Besuchs selbst gehen können. Die Führer sind von den andalusischen und spanischen Höhlenverbänden zertifiziert, die Ausrüstung ist UIAA-zertifiziert, die Beleuchtung arbeitet mit Akkus. Führungen gibt es auf Spanisch, Englisch, Französisch und Deutsch, je nach Saison und Gruppengröße. Die Buchung läuft online oder telefonisch unter 950 364 704. Bei Stornierungen mehr als 48 Stunden vor Beginn erstattet der Veranstalter den Betrag, danach ist nur eine Verschiebung möglich.

Was bieten das Besucherzentrum Los Yesares und das Museum?

Das Besucherzentrum Los Yesares liegt etwa 2 Kilometer vom Ort entfernt und wird von der Junta betrieben. Die Ausstellung gliedert sich in vier Räume. Der erste ist der Empfang mit einem Informationsbereich zum Netz der geschützten Naturräume Andalusiens und einem Film. Der zweite widmet sich der Landoberfläche mit Geologie und Steppenvegetation, der dritte der Unterwelt mit Höhlen, Tropfsteinen, Höhlentieren und der menschlichen Nutzung der Höhlen. Der vierte behandelt das Feuchtgebiet mit den Quellen von Los Molinos. Das Zentrum hat auch eine Nachbildung einer Höhle mit Tropfsteinen. Öffnungszeiten und mögliche Schließungen stehen auf der Seite der Junta, prüfe sie vor der Anreise.

Das Aula Museo de Geología de la Cuenca de Sorbas liegt im Ortsteil Los Alías de Cariatiz neben der Kirche. Es zeigt die geologische Geschichte der Senke von Sorbas, die sich über Millionen Jahre erstreckt, und die Spuren des Karstes mit seinen Hunderten Höhlen. Die Ausstellung arbeitet mit Tafeln und Vitrinen.

Welche Pflanzen und Tiere leben im Gipskarst?

Die Steppe wird von Ginster, Halfagras, Stechginster und Thymian bestimmt. Im Frühjahr blühen Spezialisten, die nur auf Gips wachsen, darunter der Narciso de Sorbas (Narcissus tortifolius), eine endemische und vom Aussterben bedrohte Art. Weitere gipsgebundene Arten sind Matamarilla und Espuelilla de Sorbas. An den Wasserläufen wachsen Weißpappeln, Schilfrohr und Oleander.

Unter den Tieren ist die Maurische Landschildkröte (Testudo graeca) die bekannteste und akut vom Aussterben bedroht. In den Felsspalten leben Fuchs, Dachs, Wiesel und Ginsterkatze, an den Wänden brüten Uhu und Habichtsadler. Alle Fledermausarten der Höhlen sind geschützt. Am Wasser sind Teichschildkröte, Nachtigall, Rohrsänger und Eisvogel zu beobachten.

Was ist Los Molinos del Río Aguas und warum liegt dort eine Oase?

Die Quelle von Los Molinos ist die größte des Gebiets und entspringt im Canyon des Río Aguas. Ihr Wasser speist ein Feuchtgebiet von großer ökologischer Bedeutung inmitten einer trockenen Umgebung. Historisch standen hier Wassermühlen für Mehl und Olivenöl. Der Ort ist bewohnt und wird heute restauriert.

Die Junta weist auf Spuren der früheren Nutzung hin, etwa die verlassenen Gehöfte El Tesoro und Marchalico Viñicas. Die Kultur der Selbstversorgung durch Ackerbau, Wald und Weide ist nach der starken Auswanderung im 20. Jahrhundert erloschen. Der beschilderte Weg Los Yesares führt über die Steppe zum verlassenen Weiler Marchalico Viñicas.

Was kann man im Ort Sorbas selbst sehen und erleben?

Sorbas liegt etwa 2 Kilometer vom Naturraum entfernt. Die Junta nennt handwerkliche Traditionen, ethnografische Feste und lokale Gastronomie. Zu den Festen zählen San Roque Mitte August und die Karwoche. Die Gemeinde bietet eine Touristeninformation an der Plaza de la Constitución 1 und listet Rad-, Höhlen- und Wanderrouten sowie den historischen Ortskern.

Der Karst lässt sich gut mit anderen Zielen der Provinz verbinden. Die Seite zur Provinz Almería gibt einen Überblick, der Naturpark Cabo de Gata liegt an der Küste.

Welche Regeln gelten im Schutzgebiet?

Die Junta verlangt: keinen Müll hinterlassen, keine Zigaretten oder brennbaren Gegenstände wegwerfen, Einrichtungen respektieren, leise sein, Anwohner und Privatbesitz achten, keine Haustiere aussetzen, nachhaltig anreisen und nur auf ausgewiesenen Flächen parken. Nimm für Wege in der Steppe ausreichend Trinkwasser und Sonnenschutz mit. Die Junta nennt für den Schutzraum keine Genehmigungspflicht, Höhlentouren laufen über den Veranstalter. Für die Anreise ist ein Mietwagen praktisch.

Wie groß ist die Cueva del Agua?

Das System hat fast 8.500 Meter Gänge und gilt als größtes Gipshöhlensystem Spaniens.

Wie viele Höhlen gibt es im Karst en Yesos de Sorbas?

Bekannt sind mehr als 1.000 Hohlräume, die meisten sind miteinander verbunden.

Kann man die Höhlen ohne Führung besuchen?

Nein. Höhlentouren im Naturraum sind geführt und abgestimmt. Der Veranstalter Cuevas de Sorbas bietet Routen von etwa anderthalb bis viereinhalb Stunden an.

Ab welchem Alter sind Touren möglich?

Als Kinder gelten Gäste von 3 bis 11 Jahren. Kinder unter 3 Jahren dürfen mit, wenn sie den Großteil des Besuchs selbst gehen können. Die Ruta Técnica ist nur für Erwachsene.

Welche Sprachen gibt es bei den Führungen?

Spanisch, Englisch, Französisch und Deutsch, je nach Saison und Gruppengröße.

Welche Tiere leben im Naturraum?

Maurische Landschildkröte, Fuchs, Dachs, Ginsterkatze, Uhu, Habichtsadler und alle Fledermausarten der Höhlen.

Mehr Naturziele in Andalusien

Nationalparks, Wüsten, Höhlen und Küstenlandschaften im Überblick.

Zu den Naturzielen