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Bahía de Cádiz

Bahía de Cádiz

Der Naturpark Bahía de Cádiz umfasst 10.522 Hektar Strände, Dünen, Lagunen, Salzmarschen und Kanäle an der Atlantikküste der Provinz Cádiz. Er wurde 1989 erklärt, reicht über fünf Gemeinden und ist ein Rastplatz für Zugvögel zwischen Europa und Afrika, mit Wanderwegen, Salinen und Beobachtungsständen.

Die Bucht von Cádiz wirkt auf den ersten Blick wie ein Stück Hafenlandschaft mit Werften, Brücken und Salzbecken. Wer genauer hinsieht, entdeckt eines der wichtigsten Feuchtgebiete der spanischen Atlantikküste: weite Marschen, in denen bei Ebbe Tausende Vögel nach Nahrung suchen, Dünen mit Pinienwäldern und Kanäle, in denen noch Fische und Garnelen aufwachsen.

Der Park liegt mitten im Ballungsraum, nur wenige Minuten von der Altstadt von Cádiz entfernt. Gerade das macht ihn zu einem Ziel für einen halben Tag: Du kannst am Vormittag Vögel beobachten, am Nachmittag durch die Gassen der Hafenstadt laufen und am Abend frischen Fisch essen. Diese Seite zeigt, was der Park umfasst, welche Wege es gibt und wann sich ein Besuch lohnt.

LageAtlantikküste der Provinz Cádiz, zwischen den Naturparks Doñana und Estrecho
Fläche10.522 Hektar, seit dem 28. Juli 1989 Naturpark
GemeindenCádiz, Chiclana de la Frontera, El Puerto de Santa María, Puerto Real, San Fernando
Besonderer SchutzRamsar-Gebiet, Natura-2000-Gebiet, Naturdenkmal Punta del Boquerón
BesucherzentrumSan Fernando, Calle Buen Pastor 507
Beste ZeitHerbst bis Frühjahr für Zugvögel, Sommer für Strand und Wassersport

Was umfasst der Naturpark Bahía de Cádiz?

Der Naturpark liegt im Zentrum der Atlantikküste der Provinz Cádiz auf einem großen Feuchtgebiet. Er umfasst 10.522 Hektar und gehört zu fünf Gemeinden: Cádiz, Chiclana de la Frontera, El Puerto de Santa María, Puerto Real und San Fernando. Erklärt wurde er am 28. Juli 1989. Zwischen den Naturparks Doñana und dem Parque Natural del Estrecho an der Meerenge von Gibraltar bildet er ein Bindeglied entlang der Küste.

Das Gebiet formen das Meer und zwei Flussmündungen, die des Guadalete und die des San Pedro. Das Klima ist mediterran mit milden Temperaturen. Daraus entsteht ein Mosaik aus Stränden, Dünen, Lagunen, Marschen und Esteros, den künstlich angelegten oder umgestalteten Gezeitenkanälen. Von Punta de San Felipe bis zum Castillo de Santa Catalina in El Puerto de Santa María reicht die Bucht auf rund fünf Kilometern.

Innerhalb des Parks gelten mehrere zusätzliche Schutzkategorien. Das Naturdenkmal Punta del Boquerón gehört ebenfalls zum Park. Die Isla del Trocadero ist ein Paraje Natural von 525 Hektar, die Marismas de Sancti Petri sind es auf 156,4 Hektar. Dazu kommen die Einstufung als Ramsar-Gebiet und der Schutz als Zone des Netzes Natura 2000, sowohl für die Lebensräume als auch für die Vögel.

  • Strände und Dünen: Der Strand Levante in El Puerto de Santa María, die Dünenzone zwischen den Stränden Cortadura und Barrosa
  • Marschen und Kanäle: Sancti Petri, Trocadero und Los Toruños
  • Wald: Pinienbestände rund um die Bucht
  • Süßwasserzonen: Röhricht, Binsen und Seggen an den weniger salzigen Stellen

Welche Tiere und Pflanzen leben in der Bucht?

In den Salzmarschen wachsen je nach Überflutung Schlickgras, Queller und Glasschmalz. Auf den Dünen siedeln Stranddistel, Strand-Wolfsmilch und Strandhafer. Entlang der Küste stehen Pinien, Strandwacholder und Wilder Ölbaum, dazu wachsen Meerfenchel und Strandlilie. Der Pinar de la Algaida zwischen El Puerto de Santa María und Puerto Real ist ein Rest des früher dichten Kiefernwaldes der Bucht.

Salzmarsch mit Kanälen und Dünen in der Bucht von Cádiz bei Ebbe

Das Tierleben ist besonders bei den Vögeln beeindruckend. Der Park beherbergt einige der wichtigsten spanischen Brutkolonien von Zwergseeschwalben, Stelzenläufern und Säbelschnäblern. Dazu kommen Flamingos, Löffler, Fischadler, Graureiher, Basstölpel, Kormorane, Gelbfußmöwen, Austernfischer, Sanderlinge, Pfuhlschnepfen und Seeregenpfeifer. Weil die Bucht auf der Zugroute zwischen Europa und Afrika liegt, rasten hier im Herbst und im Frühjahr viele Arten, die anderswo nicht zu sehen sind.

Eine Besonderheit ist das Chamäleon. Die Tiere leben in den Kiefernwäldern an der Küste und sind vom Aussterben bedroht. Wer sie sucht, braucht Geduld: Sie bewegen sich langsam und sind gut getarnt. In den Marschen und Mündungen leben außerdem Weichtiere und Fische, die der lokalen Küche ihre Grundlage geben.

Welche Wanderwege und Beobachtungsstände gibt es?

Der Park hat mehrere ausgeschilderte Wege. Der Sendero de las Salinas de Dolores ist 4,5 Kilometer lang und führt durch die typischen Landschaften der Bucht. Der Sendero del Río Arillo ist für Vogelbeobachtung angelegt. Der Sendero Punta del Boquerón gibt einen Überblick über die meisten Ökosysteme des Parks. Dazu kommen der Sendero Los Toruños in El Puerto de Santa María, der Weg Pinar de la Algaida – Salina de los Desamparados in Puerto Real und der Weg Tres Amigos – Río Arillo in San Fernando.

Für Radfahrer verläuft der Fernradweg EuroVelo 8 zwischen Cádiz und San Fernando durch den Park, außerdem gibt es einen Radweg am Río de San Pedro in El Puerto de Santa María. Beobachtungsstände stehen an den Plätzen Los Eucaliptos, Río Arillo und Tres Amigos in San Fernando. Ein Fernglas ist hier das wichtigste Gepäckstück.

Weitere Ideen für Touren im Land findest du auf der Seite Wandern in Andalusien.

Welche Rolle spielen Salinen und Geschichte?

Die Menschen siedelten hier vor rund 3.000 Jahren, weil die Bucht strategisch und für die Verteidigung günstig lag. Spuren aus phönizischer und römischer Zeit sind erhalten, darunter der Templo de Hércules auf der Isla de Sancti Petri. Am Caño del Trocadero lag ein antiker Hafen, und später hing der Handel mit Amerika an diesem Küstenabschnitt. Die Stadt Cádiz selbst liegt auf einer Halbinsel am Rand der Bucht.

Die Gewinnung von Salz prägte das Leben über Jahrhunderte. Die Salzmarschen der Bucht bedeckten einst mehr als 5.000 Hektar, und die Salzgewinnung reicht bis in die Zeit der Phönizier zurück. Zum Erbe gehören die Salinas del Río Arillo mit ihren Salinenhäusern sowie die Salinas de Dolores, Los Desamparados, Carboneros und La Esperanza. Einzelne Gezeitenmühlen sind erhalten, zum Beispiel die Molino Zaporito.

Verlandete Salinenbecken mit Salzkristallen und niedrigen Dämmen

Dazu kommen Festungen und Batterien, darunter die Batería de Urrutia, das Castillo de San Sebastián, ein Baluarte und der Parque Genovés. Sie erinnern daran, dass die Bucht lange ein Verteidigungsraum war. Wer sich für die Stadtgeschichte interessiert, verbindet den Besuch am besten mit dem Besuch der Altstadt.

Wie nutzt man den Park und was kann man unternehmen?

Das Besucherzentrum des Naturparks liegt in San Fernando in der Calle Buen Pastor 507. Dazu gehört ein botanischer Garten mit heimischer Pflanzenwelt. Die Autobahnen A-4 und AP-4 verbinden die Teile des Parks und die Küstenorte. Die Öffnungszeiten ändern sich; ein Blick auf die Webseite des Parks vor der Fahrt spart einen vergeblichen Weg.

Möglich sind Bootsfahrten und Segeln, Windsurfen, Kanufahren und Tauchen, Reiten, Radfahren, Wandern und Vogelbeobachtung. Für Kanu, Tauchen und Bootsfahrten im Wasser des Parks ist eine Genehmigung der Parkverwaltung nötig. Geführte Touren bieten mehrere Anbieter an, darunter Vogelführungen in der Bucht. Der Strand Levante in El Puerto de Santa María ist ein beliebter Platz zum Windsurfen und Segeln.

  • Vogelbeobachtung: früh am Morgen oder bei steigender Flut, wenn die Tiere näher am Ufer sind
  • Wassersport: Genehmigung nötig, Anbieter in der Bucht fragen
  • Radfahren: EuroVelo 8 zwischen Cádiz und San Fernando
  • Wandern: der Weg durch die Salinas de Dolores misst 4,5 Kilometer

Wenn du Strand und Natur verbinden willst, findest du weitere Küstenabschnitte unter Costa de la Luz.

Was isst und feiert man rund um die Bucht?

Die Küche der Bucht lebt von Fisch und Meeresfrüchten aus den Esteros: Langostinos, Venusmuscheln, Austern, Wolfsbarsch, Seezunge, Meeräschen und Goldbrassen aus den Kanälen. Eine Spezialität sind die Tortillas de camarones, dünne frittierte Omeletts aus Kichererbsenmehl mit kleinen Garnelen. Dazu passen die Weine der Gegend; die Sherry-Region beginnt gleich hinter der Bucht, mehr dazu auf der Seite Sherry und Jerez. Viele Gerichte findest du auch in der Übersicht zur andalusischen Tapas-Küche.

Rund um die Bucht wird das ganze Jahr gefeiert. Im Februar findet in Cádiz der berühmte Karneval von Cádiz statt. In Chiclana de la Frontera sind die Feria und die Fiestas de San Antonio am 13. Juni. In El Puerto de Santa María folgen Ende April bis Anfang Mai die Feria de la Primavera und die Fiestas del Vino Fino. Puerto Real feiert am Wochenende nächst dem 24. Juni die Quemas de Juan y Juana, und in San Fernando ist Mitte Juli die Feria del Carmen y la Sal.

Eine größere Rundreise durch die Provinz beschreibt die Seite Provinz Cádiz. Nach dem Naturparkbesuch bleibt Zeit, im Hafen von El Puerto de Santa María oder in San Fernando zu essen.

Passend dazu: Pescado de Esteros: Wolfsbarsch und Goldbrasse aus den Gezeitenbecken alter Salinen.

Wie groß ist der Naturpark Bahía de Cádiz?

10.522 Hektar. Er wurde am 28. Juli 1989 zum Naturpark erklärt und liegt in den Gemeinden Cádiz, Chiclana de la Frontera, El Puerto de Santa María, Puerto Real und San Fernando.

Welche Vögel kann man in der Bucht von Cádiz sehen?

Flamingos, Löffler, Fischadler, Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Zwergseeschwalben, Austernfischer und viele Zugvögel. Der Park beherbergt einige der wichtigsten spanischen Brutkolonien von Zwergseeschwalben, Stelzenläufern und Säbelschnäblern.

Wie lang ist der Weg durch die Salinas de Dolores?

Der Sendero de las Salinas de Dolores ist 4,5 Kilometer lang und zeigt die typischen Landschaften der Bucht.

Wo liegt das Besucherzentrum?

In San Fernando, Calle Buen Pastor 507. Dort gibt es auch einen botanischen Garten mit heimischen Pflanzen.

Braucht man eine Genehmigung für Kanu oder Tauchen?

Ja. Für Kanufahren, Tauchen und Bootsfahrten im Wasser des Parks ist eine Genehmigung der Parkverwaltung nötig.

Welche Fischgerichte gehören zur Bucht?

Tortillas de camarones, Langostinos, Venusmuscheln, Austern, Wolfsbarsch, Seezunge und Goldbrassen aus den Esteros.

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