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Acantilados de Maro-Cerro Gordo

Acantilados de Maro-Cerro Gordo

Die Acantilados de Maro-Cerro Gordo sind ein Küstenschutzgebiet an der Costa Tropical zwischen Nerja in Málaga und La Herradura in Granada. Rund zwölf Kilometer Steilküste mit Marmorwänden von bis zu 150 Metern, versteckten Buchten, Wachtürmen und einem Meeresstreifen von einer Seemeile. Das Gebiet ist seit 1989 geschützt.

Zwischen Nerja und La Herradura bricht die Sierra Almijara ins Meer. Zwölf Kilometer Küste bleiben unbebaut: weiße Marmorwände, Palmitos, kleine Kiesbuchten und darunter ein Meeresgrund voller Seegras, Korallen und Felsen. Dieses Stück Alborán-Meer ist als Paraje Natural und als Mittelmeer-Schutzgebiet ausgewiesen.

Diese Seite zeigt, was die Küste geologisch und biologisch besonders macht, welche Tiere und Pflanzen leben, wie du Buchten und Türme erreichst und was du beim Besuch beachten musst.

LageKüste zwischen Maro (Nerja, Málaga) und La Herradura (Almuñécar, Granada)
Längerund 12 Kilometer Küste, dazu ein Meeresstreifen von einer Seemeile
SchutzstatusParaje Natural seit 1989, Zone von Bedeutung für das Mittelmeer (ZEPIM) seit 2003, Natura 2000
Höchste Wänderund 150 Meter bei Cerro Gordo
GesteinMarmor und Schiefer des Alpujárride-Komplexes
WahrzeichenOrangefarbene Sternkoralle, Zwergpalme, Wachtürme
ZugangStraße N-340, Wege ab Maro, Cañuelo und Cantarriján

Wo liegt das Schutzgebiet und wie groß ist es?

Das Paraje Natural Acantilados de Maro-Cerro Gordo liegt im Alborán-Meer und teilt seine Küste zwischen den Provinzen Málaga und Granada. Von Westen aus beginnt es am Torre de Maro bei Nerja und endet an der Cala de Calaiza kurz hinter dem Cerro Gordo bei Almuñécar. Die Küste misst rund zwölf Kilometer, dazu kommt vor der Küste eine geschützte Meeresfläche von etwa einer Seemeile (1.853 Meter) Breite.

Im Schutzgebiet selbst gibt es keine Siedlungen. Die Menschen leben an den Rändern, in der Aldea de Maro bei Nerja und in La Herradura bei Almuñécar. Maro ist von Landwirtschaft und etwas Fischerei geprägt, die Erträge reichen von Mango, Avocado und Cherimoya bis zu Bohnen und Tomaten. In La Herradura dominiert der Tourismus neben Landwirtschaft. Die wichtigste Straße ist die N-340, am Rand liegt der Yachthafen Marina del Este zwischen La Herradura und Almuñécar.

Wichtige Orte im Gebiet und seiner Umgebung sind die Höhle von Nerja, der Strand Cañuelo, der Molino de Papel, der Peñón del Fraile, der Cerro de la Caleta, der Cerro Gordo, die Bucht Cantarriján, der Wald zwischen Cañuelo und Cantarriján, die Höhle der Riesen, die Cueva de los Genoveses, die Punta de la Mona und der Peñón del Lobo. Über die Höhle von Nerja berichtet die Seite Cuevas de Nerja.

Wie entstanden die Klippen und Buchten?

Geologisch liegt das Gebiet im Zentrum der Betischen Kordillere auf dem Alpujárride-Komplex. Zwei Gesteine bestimmen das Bild: unten dunkle Schiefer, Glimmerschiefer und grüne Kalkschiefer aus dem Paläozoikum und der frühen Trias, darüber Marmor aus der Trias. Auf dem Marmor stehen senkrechte Wände, die bei Cerro Gordo rund 150 Meter erreichen. Auf dem weicheren Schiefer ziehen die Hänge gleichmäßig steil zum Wasser und enden in kurzen Kliffs, dazwischen liegen Buchten und Strände.

Die Buchten bestehen aus grobem Sand und Rollkies, den Bäche aus der Sierra heranführen. Sie liegen in geschützten Lagen oder zwischen Felsvorsprüngen und fallen steil ins Wasser. Warum die Hänge so steil und karg sind, erklären mehrere Faktoren: Die starke Neigung der Sierra macht den Untergrund instabil, Starkregen spült Boden fort, die hohe Verdunstung durch viel Sonne hindert Pflanzen, den Boden zu schützen, die Brandung versalzt das Erdreich und der Mensch hat Waldflächen in Äcker und Bauland verwandelt. Das Klima ist mediterran-subtropisch und wird vom Azorenhoch, der Nähe zum Alborán-Meer, der Südausrichtung und dem Gebirge im Rücken geprägt. Die Winter sind mild, die Sommer heiß, der Regen ist knapp. Die Strände messen insgesamt 2.850 Meter, etwa 30 Prozent der Küstenlänge. Fast alle sind nach Südsüdost ausgerichtet, ihre Länge reicht von 500 Metern bei Alberquillas, Cañuelo und Cantarriján bis zu 50 bis 75 Metern bei der Cala del Italiano und der Cala de las Vacas.

Seit dem Quartär formen zwei Kräfte die Küste: die Meeresbrandung und die Sturzbäche, die auf kurzer Strecke aus der Sierra zum Meer fließen. Die Abschnitte mit Erosion werden zu Klippen, an Abschnitten mit Anlagerung entsteht Sand oder Kies. Die Küste ist als geomorphologische Stätte im spanischen Inventar bedeutender geologischer Orte erfasst, das zum Programm GEOSITES der Internationalen Union der Geologischen Wissenschaften gehört. Die UNESCO trägt das Programm mit. Auch unter Wasser setzt sich das Bild fort: Das Schutzgebiet reicht bis zu einer Tiefe von 71 Metern vor Cerro Gordo und 57 Metern vor dem Torre de Maro, und vor dem Peñón del Fraile und vor Cantarriján liegen Reste alter Schwemmfächer in 30 bis 50 Metern Tiefe.

Küstenweg über der Steilküste mit Zwergpalmen und Blick auf eine türkisfarbene Bucht

Welche Pflanzen wachsen an den Klippen?

Die Vegetation ist überwiegend Mittelmeergebüsch mit einzelnen Aleppokiefern und angebauten Terrassen. Zu den Gebüschen zählen Mastixstrauch, Kermeseiche, Wacholder und die Zwergpalme, die einzige einheimische Palme Europas. Dazu kommen Meerrosmarin und das malagenische Endemit Limonium malacitanum, spanisch Siempreviva de los acantilados.

Eine Besonderheit ist der Balearen-Buchsbaum, der sonst nur auf Mallorca, Sardinien, im Südosten Andalusiens und an einigen Stellen Nordafrikas als Relikt vorkommt. Er wächst an den Nordhängen, die weniger Sonne bekommen und ein feuchteres Kleinklima haben. Zusammen mit der Olivilla (Cneorum tricoccum) bildet er einen botanischen Schatz: Es gibt nur wenige Orte der Welt, an denen beide zusammen wachsen.

Unter Wasser bilden drei der vier an Andalusiens Küsten vorkommenden Seegräser Wiesen: Posidonia oceanica, Cymodocea nodosa und Zostera marina. Posidonia wächst nur im Mittelmeer, ihre Wiesen sind in der Europäischen Union ein prioritärer Lebensraum. Die Seegraswiesen sind Kinderstube und Nahrungsquelle für viele Arten, auch wenn sie durch Schleppnetze gelitten haben.

Welche Tiere leben an Land und im Meer?

Auf den Klippen brüten Seevögel, etwa Lachmöwe und Heringsmöwe. Von den Greifvögeln leben Turmfalke, Wanderfalke, Habicht und Sperber im Gebiet. Das Chamäleon zeigt sich bis auf Felsen nahe am Wasser, dazu kommt die Perleidechse. Ungewöhnlich für eine Küstenlage ist der Steinbock: Gruppen der Capra pyrenaica klettern hier in den Wänden.

Das Wasser ist artenreich. Die orangefarbene Sternkoralle Astroides calycularis ist das Wahrzeichen des Schutzgebiets. Im Meer leben außerdem die Edle Steckmuschel Pinna nobilis, die größte Muschel des Mittelmeers, und die Mittelmeer-Napfschnecke Patella ferruginea, die als vom Aussterben bedroht eingestuft ist. Hinzu kommen Schwämme, Anemonen, Seeigel, Garnelen, Seespinnen und Langusten.

Bei den Fischen fallen Zackenbarsch, Muräne, Meeraal, Drachenkopf und Mondfisch auf, dazu bunte Arten wie der Meerjunker und der Pfauen-Lippfisch. In dunklen Höhlen sitzen der Kardinalbarsch und der Fahnenbarsch. Häufig sind Geißbrassen, Goldstriemen und Dorade. Wer Glück hat, sieht Meeresschildkröten und Delfine: Unechte Karettschildkröte, Gemeiner Delfin, Streifendelfin und Großer Tümmler schwimmen in diesen Gewässern.

Orangefarbene Sternkorallen und Seegras an einer Felswand unter Wasser

Welche Türme und Bauwerke gibt es an der Küste?

Die bedeutendsten Bauwerke sind die Torres almenaras. Fünf solcher Wachtürme stehen in unterschiedlichem Erhaltungszustand an strategischen Punkten der Klippen. Von dort sah der Wächter Piratenschiffe kommen und gab dem Posten am nächsten Turm mit Rauchsignalen am Tag oder Feuern in der Nacht Bescheid. So wanderte die Warnung von Turm zu Turm entlang der Küste. Die Türme sind massiv gebaut, haben im oberen Teil einen Raum, der über eine Leiter erreicht wurde, und im Innern eine Treppe zur Spitze.

Sehenswert ist außerdem das Acueducto del Águila in Maro über dem Barranco de la Coladilla, nahe der N-340. Das Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert entstand unter dem örtlichen Baumeister Francisco Cantarero und hat vier Reihen übereinander liegender Backsteinbögen. Die Hauptfassade liegt zum Landesinneren, weil der Camino Real früher dort verlief. Heute dient der Aquädukt als Bewässerungsgraben der Wassergenossenschaft.

Wenn du das Gebiet zusammen mit dem Ort besuchen willst, bietet sich Nerja als Ausgangspunkt an, im Osten schließt die Costa Tropical mit Almuñécar und Salobreña an.

Wie besucht man das Gebiet und was gilt für Taucher?

An Land beschreiben die Routen drei Wege: den Torre de Maro, den Wald des Cañuelo und den Cerro Gordo. Die Junta de Andalucía hat zusammen mit der Aula del Mar de Málaga ein Buch mit diesen Wegen herausgegeben. Es beschreibt zusätzlich zehn Routen für die Unterwasserwelt, darunter La Pared de Calaiza, La Cueva del Sifón, La Pared Amarilla, La Cueva de las Palomas, Los Candelabros, Las Cuevas de Cantarrijan und Los Pasadizos, außerdem die Fahrt entlang der Klippen mit dem Boot.

Strände und Buchten sind teils nur schwer zu erreichen. Plane festes Schuhwerk, Wasser und Sonnenschutz ein, denn das Klima ist mediterran-subtropisch mit mildem Winter, heißem Sommer und wenig Regen. Die Berge im Norden schützen vor Nordwetter. Hinweise für andere Küstenwanderungen im Hinterland findest du bei Wandern in Andalusien, den angrenzenden Naturpark beschreibt die Seite Sierras de Tejeda, Almijara und Alhama.

Die Natur braucht Mithilfe: Müll gehört in den Rucksack, Pflanzen und Tiere bleiben unberührt, und beim Tauchen und Ankern dürfen weder Seegras noch Korallen beschädigt werden.

Alter Wachturm auf einem Kap über dem Mittelmeer
Wo liegen die Acantilados de Maro-Cerro Gordo?

An der Küste zwischen der Aldea de Maro bei Nerja in Málaga und La Herradura bei Almuñécar in Granada, im Alborán-Meer. Das Gebiet erstreckt sich über rund zwölf Kilometer Küste.

Seit wann ist das Gebiet geschützt?

Seit 1989 als Paraje Natural. 2003 kam die Aufnahme in die Liste der besonders geschützten Mittelmeerzonen (ZEPIM) dazu. 2015 wurde das Gebiet zur Zone von gemeinschaftlicher Bedeutung im Natura-2000-Netz erklärt.

Welche Tiere sind typisch?

Die orangefarbene Sternkoralle, die Edle Steckmuschel, Zackenbarsch und Wanderfalke. An Land überrascht der Steinbock an der Küste.

Wie hoch sind die Klippen?

Bei Cerro Gordo erreichen die Marmorwände rund 150 Meter. Auf den Gipfeln liegen Terrassen, die in manchen Abschnitten etwa 100 Meter hoch sind.

Gibt es Routen für Taucher?

Ja. Zehn Routen der Unterwasserwelt sind beschrieben, darunter Pared de Calaiza, Cueva del Sifón und Los Candelabros.

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