Die Weine der Denominación de Origen Protegida Granada wachsen in der gesamten Provinz, vom Altiplano um Guadix und Baza über die Vega von Granada bis zur Küste und zu den Alpujarras. Etwa die Hälfte der Fläche liegt über 1.000 Metern. Drei Unterzonen tragen eigene Namen: Geoparque-Norte, Poniente und Contraviesa-Alpujarra.
Granada kennt man für die Alhambra und die Sierra Nevada, selten aber für seinen Wein. Dabei wird in der Provinz seit römischer Zeit Wein gekeltert, und heute schützt eine europäische Herkunftsbezeichnung die Weine unter dem Namen Granada. Sie umfasst Weißwein, Rosé, Rotwein, Schaumwein und süße Weine aus überreifen Trauben.
Die Seite erklärt, welche Gebiete dazugehören, wie Höhe, Klima und Boden die Trauben prägen, welche Rebsorten erlaubt sind und was die drei Unterzonen unterscheidet. Dazu kommen die Regeln für Schaumwein, Erträge und Etiketten sowie ein Blick auf die Geschichte des Weinbaus rund um die Sierra Nevada.
| Schutzstatus | DOP (Denominación de Origen Protegida) Granada; traditioneller Begriff: Denominación de Origen Granada |
|---|---|
| Weinarten | Weißwein, Rosé, Rotwein, Schaumwein, Qualitätsschaumwein, Wein aus überreifen Trauben |
| Anbaugebiet | alle Gemeinden der Provinz Granada, mit drei Unterzonen |
| Unterzonen | Geoparque-Norte, Poniente, Contraviesa-Alpujarra |
| Höhenlage | rund die Hälfte der Fläche über 1.000 m |
| Klima | Jahresniederschlag im Mittel 450 mm, Höchsttemperaturen bis 39 °C, Tiefstwerte bis -4 °C |
| Rebsorten | unter anderem Tempranillo, Garnacha Tinta, Syrah, Chardonnay, Vijiriego, Pedro Ximénez, Moscatel |
| Pflanzdichte | mindestens 1.500 Stöcke je Hektar |
Fragen, die diese Seite beantwortet
- Was ist die Herkunftsbezeichnung Granada?
- Welche Gebiete gehören zur DOP Granada?
- Wie prägen Höhe, Klima und Boden die Trauben?
- Welche Rebsorten sind erlaubt?
- Welche Regeln gelten für Wein und Alkoholgehalt?
- Wie entsteht der Schaumwein aus Granada?
- Welche Vorgaben gelten im Weinberg?
- Welche Geschichte hat der Weinbau in Granada?
- Was steht auf dem Etikett?
Was ist die Herkunftsbezeichnung Granada?
Die DOP Granada schützt den Namen für Weine, deren Trauben in der Provinz Granada wachsen und die dort gekeltert werden. Sie entstand aus dem „Vino de Calidad de Granada“, der 2009 in Andalusien geregelt wurde, und ist seit dem 1. August 2009 im europäischen Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen eingetragen. Der traditionelle spanische Begriff dafür lautet Denominación de Origen Granada.
Geschützt sind mehrere Weinkategorien: gewöhnlicher Wein in Weiß, Rosé und Rot, Schaumwein, Qualitätsschaumwein und Wein aus überreifen Trauben. Die Weine können trocken, halbtrocken, halbsüß oder süß sein, je nach Restzucker; beim Schaumwein reicht die Spanne von Brut Nature bis süß. Süße Weine aus überreifen Trauben tragen die Bezeichnung „naturalmente dulce“ oder „vendimia tardía“, also natürlich süß oder Spätlese.
Der Name Granada muss deutlich auf dem Etikett stehen. Darüber hinaus gibt es drei geografische Unterzonen, die zusätzliche Anforderungen erfüllen müssen, bevor sie auf dem Etikett erscheinen dürfen.
Welche Gebiete gehören zur DOP Granada?
Das Anbaugebiet umfasst alle Gemeinden der Provinz Granada, vom Hochland im Nordosten über die Vega bis zum Mittelmeer. Die Trauben müssen im abgegrenzten Gebiet wachsen, und Keltern, Ausbau und Abfüllen finden in eingetragenen Kellereien statt. Das Spektrum der Orte reicht von Granada selbst über Guadix und Baza bis nach Almuñécar, Motril und Salobreña an der Küste und zu den Dörfern der Alpujarra.
Innerhalb dieses Gebiets fassen drei Unterzonen Gemeinden mit ähnlicher Landschaft zusammen.
- Geoparque-Norte: der Nordosten der Provinz mit Baza, Guadix, Huéscar, Orce, Galera, Gorafe, Puebla de Don Fadrique und weiteren Orten. Hier liegen die Hochebenen und Hänge um Guadix.
- Poniente: der westliche und zentrale Teil mit Granada selbst, Alfacar, Víznar, Alhama de Granada, Dúrcal, Lecrín, Motril, Almuñécar und Salobreña.
- Contraviesa-Alpujarra: 13 Gemeinden im Süden des Gebirges Sierra Nevada, darunter Albondón, Albuñol, Cádiar, Murtas, Polopos, Rubite, Sorvilán, Torvizcón, Turón und Ugíjar. Das ist das Weinbaugebiet der Alpujarras.

Welche Unterzone auf einem Etikett steht, ist also eine Aussage über Landschaft und Höhe. Weine mit der Angabe Contraviesa-Alpujarra unterliegen strengeren Vorgaben als die allgemeine Herkunftsbezeichnung.
Wie prägen Höhe, Klima und Boden die Trauben?
Der wichtigste Faktor ist die Höhe. Etwa die Hälfte der Provinzfläche liegt über 1.000 Metern, die mittlere Jahrestemperatur beträgt 15 bis 16 °C. Das verzögert den Austrieb der Reben und damit den ganzen Vegetationszyklus: Die Reife fällt in die Zeit von Ende August bis Anfang Oktober und verläuft langsamer und gleichmäßiger. Zucker, Gerbstoffe und die Stoffe, die den Sortenduft tragen, reifen so in Ruhe aus.
Hinzu kommt der Temperatursprung zwischen Tag und Nacht. Er begünstigt die Reife von Beerenhaut und Kernen, in denen die Polyphenole sitzen, die Farbe und Struktur eines Weins bilden. Die absoluten Höchstwerte liegen im Mittel bei 39 °C, die Tiefstwerte bei -4 °C. Die Sonne scheint im Durchschnitt rund 2.700 Stunden im Jahr. Wegen der Höhe verbrennen die Reben wenig Weinsäure, die Weine behalten also eine ausgewogene Gesamtsäure, und die niedrigen pH-Werte eignen sich für Weine mit langer Flaschenreife.
Der Niederschlag beträgt im Mittel etwa 450 Millimeter im Jahr, verteilt auf rund 70 Regentage. Das liegt im Bereich, der für Qualitätswein günstig ist. Ein mäßiger, vorübergehender Wasserstress im Sommer macht die Beeren kleiner und erhöht Zucker, Säure und Polyphenole.
Die Böden sind braune, kalkhaltige Erden, teils auch Verwitterungsböden über Schiefern. Sie sind wenig tief, erosionsanfällig und arm an organischer Substanz, Phosphor und Stickstoff. Was auf den ersten Blick karg wirkt, ist für Qualitätstrauben ein Vorteil.
Welche Rebsorten sind erlaubt?
Die Liste ist lang und mischt internationale und regionale Sorten.
- Weiße Sorten: Chardonnay, Sauvignon Blanc, Macabeo (Viura), Moscatel de Alejandría, Moscatel de Grano Menudo, Palomino, Pardina (Jaén Blanco), Pedro Ximénez, Vijiriego (Bigiriego) und Viognier.
- Rote Sorten: Tempranillo, Garnacha Tinta, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Syrah, Pinot Noir, Petit Verdot und Romé.
Besonders ist die Rebe Vijiriego, die auch als Vijariego Blanco oder Bigiriego geführt wird: Sie ist die Leitsorte für den Schaumwein der Unterzone Contraviesa-Alpujarra. Für Rosé gilt, dass mindestens 25 Prozent rote Trauben verwendet werden müssen. Für einsortige Weine reicht ein Anteil von 85 Prozent einer Sorte, damit ihr Name auf dem Etikett stehen darf; bei zwei Sorten müssen beide zusammen den ganzen Wein stellen, in absteigender Reihenfolge der Anteile.
Welche Regeln gelten für Wein und Alkoholgehalt?
Die Beschreibung der Weine ist offen gehalten: Weißweine reichen im Auge von Grüngelb bis Bernstein, Rosés von zartem Rosa bis hellem Rot, Rotweine von Violett bis Mahagoni. Sie müssen sauber und klar sein, frische bis gereifte Aromen zeigen und am Gaumen schmackhaft und fehlerfrei sein.
Für die Unterzone Contraviesa-Alpujarra sind die Messwerte enger gefasst. Weißweine haben mindestens 11 Volumenprozent Alkohol, Rosés 12, Rotweine 13 und höchstens 16. Die Gesamtsäure beträgt mindestens 4,5 Gramm je Liter, ausgedrückt als Weinsäure. Schaumweine dieser Unterzone brauchen mindestens 5,5 Gramm Gesamtsäure je Liter.
Weine aus überreifen Trauben haben höchstens 16 Volumenprozent Alkohol. Wo die Zahlen nicht eigens festgelegt sind, gelten die Vorgaben der europäischen Weinverordnung.
Wie entsteht der Schaumwein aus Granada?
Qualitätsschaumwein der DOP Granada entsteht nach der traditionellen Methode mit zweiter Gärung in der Flasche. Zwischen Tirage und Degorgieren müssen mindestens neun Monate liegen. Beim Pressen darf höchstens 70 Liter Wein aus 100 Kilogramm Trauben gewonnen werden. Zerkleinernde Zentrifugalmaschinen mit hoher Drehzahl und kontinuierliche Pressen sind verboten.
Für den Schaumwein stehen unter anderem Vijiriego, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Macabeo, Moscatel, Torrontés, Pinot Noir, Garnacha Tinta, Syrah, Blanca Gordal und Viognier zur Verfügung. In der Unterzone Contraviesa-Alpujarra gelten engere Regeln: Nur Vijiriego, Chardonnay und Pinot Noir sind zugelassen, und mindestens 70 Prozent der Trauben müssen Vijiriego sein. Hier liegt die Ausbeute bei höchstens 65 Litern je 100 Kilogramm Trauben, Dosagelikör ist ebenso verboten wie die Säuerung und Entfärbung des Weins.
Auf dem Etikett lässt sich die Reifezeit ablesen: „Premium“ bedeutet mindestens zwölf Monate zwischen Tirage und Degorgieren, „Reserva“ mindestens achtzehn.
Welche Vorgaben gelten im Weinberg?
Im Weinberg stehen mindestens 1.500 Stöcke je Hektar. Die Reben werden im Gobelet-Schnitt (vaso) oder an der Spalieranlage erzogen. Bewässerung ist unter den Bedingungen des Regelwerks erlaubt. Die Trauben müssen gesund gelesen werden.
Die Erträge sind begrenzt: 8.000 Kilogramm Trauben je Hektar bei roten Sorten, 9.000 bei weißen, 12.000 für Schaumweintrauben. In den Alpujarras liegen die Grenzen niedriger: 6.000 Kilogramm für rote Sorten außer Tempranillo, 7.000 für Tempranillo, 8.000 für weiße Sorten und 12.000 für Schaumweintrauben. Dort sind außerdem gemischte Pflanzungen verboten, die keine sortenreine Lese erlauben, und Eichenholzstücke dürfen weder beim Ausbau noch bei der Lagerung eingesetzt werden. Die Trauben werden in starren, offenen Behältern transportiert, die gefüllt höchstens 30 Kilogramm wiegen; Säcke sind untersagt.

Die Vorgaben spiegeln das, was Winzer in dieser Höhe leisten: kleine Erträge, sorgfältige Handarbeit und viel Aufmerksamkeit für Mikroklima und Reife.
Welche Geschichte hat der Weinbau in Granada?
Wein wird in der Provinz seit unvordenklicher Zeit angebaut. In Molvízar fanden Archäologen die Reste einer römischen Villa mit Kelter, in der in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung Wein entstand. Aus der Zeit vor dem Fall der Stadt am 2. Januar 1492 ist überliefert, dass große Mengen an Lebensmitteln über die Sierra Nevada aus der Alpujarra nach Granada gebracht wurden, darunter Rosinen. Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts mehren sich die Belege für eine ausgeprägte Weinbautradition im Osten Andalusiens.
Diese Tradition führte zu mehreren Qualitätsstufen, die sich überlagern: Die Vinos de la Tierra Cumbres del Guadalfeo, Altiplano de Sierra Nevada und Laderas del Genil bestehen neben der Herkunftsbezeichnung Granada. Sie zeigen, dass in der Provinz mehrere Weinlandschaften nebeneinander liegen. Die Herkunftsbezeichnung Granada entstand als Ausdruck der anerkannten Verbindung zwischen Herkunft und Qualität der Weine.
Wer Granada erkundet, kann den Wein mit anderen regionalen Genüssen verbinden. In der Provinz entstehen auch der Honig aus Granada, der Spargel von Huétor Tájar und der luftgetrocknete Schinken von Trevélez.
Was steht auf dem Etikett?
Der geschützte Name Granada muss deutlich zu lesen sein, zusammen mit den Pflichtangaben des Weinrechts. Jede Flasche trägt nummerierte Kontrollsiegel, Etiketten oder Rückenetiketten des Kontrollrats, des Consejo Regulador. Der Zusatz „Andalucía“ ist freiwillig. Die Unterzonennamen Geoparque-Norte, Poniente oder Contraviesa-Alpujarra dürfen nur Weine tragen, die deren besondere Vorgaben erfüllen.
Weitere Begriffe sind genau definiert.
- „Fermentado en barrica“, „Barrica“ und „Roble“: mindestens drei Monate in Eichenfässern bis höchstens 600 Litern.
- „Nuevo“: ein nicht schäumender Wein des Erntejahres, der vor dem 1. März des Folgejahres abgefüllt und etikettiert wird.
- „Joven“: ein nicht schäumender Wein, der im selben Jahr etikettiert wird, in dem er entstand.
- „Cosecha“, „añada“ oder „vendimia“: mindestens 85 Prozent der Trauben wurden im genannten Jahr geerntet.
Das Abfüllen gehört in die Region: Es darf nur in eingetragenen Kellereien stattfinden, und Wein darf nur zwischen eingetragenen Kellereien als Fassware bewegt werden. So bleibt der Wein vor Transportschäden geschützt.
Was ist die DOP Granada?
Die geschützte Ursprungsbezeichnung für Weine aus der Provinz Granada, seit 2009 im europäischen Register. Der traditionelle Begriff lautet Denominación de Origen Granada.
Welche Unterzonen gibt es?
Geoparque-Norte im Nordosten, Poniente im Westen und Zentrum sowie Contraviesa-Alpujarra an den Südhängen der Sierra Nevada.
Welche Weinarten sind geschützt?
Weißwein, Rosé, Rotwein, Schaumwein, Qualitätsschaumwein und Wein aus überreifen Trauben, trocken bis süß.
Wie hoch liegen die Weinberge?
Etwa die Hälfte der Provinzfläche liegt über 1.000 Metern über dem Meer.
Was bedeutet „vendimia tardía“?
Süßer Wein aus überreifen Trauben, ohne künstliche Anreicherung, bei dem der gesamte Alkohol aus der Gärung stammt.
Welche Sorte ist für den Schaumwein der Alpujarras wichtig?
Vijiriego. Mindestens 70 Prozent der Trauben müssen von dieser Sorte stammen.
