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Romería del Rocío

Romería del Rocío

Die Romería del Rocío ist die größte Wallfahrt Andalusiens: Zu Pfingsten ziehen 127 Filialbruderschaften zu Fuß, zu Pferd und auf Wagen durch den Nationalpark Doñana in die Aldea El Rocío. 2027 fällt der Pfingstsonntag auf den 16. Mai. Die Virgen del Rocío weilt wegen der Venida seit August 2026 in Almonte.

Im Mai verwandelt sich ein Dorf mit rund 900 Einwohnern am Rand der Marisma von Doñana in einen der meistbesuchten Orte Spaniens. Die Hermandades kommen aus ganz Andalusien und darüber hinaus, mit Ochsenkarren, Pferden und Planwagen, und enden bei der Virgen del Rocío, der „Blanca Paloma“. Die Wallfahrt verbindet Glaubensfest und Volksfest.

Diese Seite erklärt, was die Romería ist, woher sie kommt, wie die Wege verlaufen, was zu Pfingsten passiert, warum 2026 und 2027 ein besonderes Jahr ist und wie du als Reisender damit umgehst. Die Angaben stammen überwiegend von der Hermandad Matriz de Nuestra Señora del Rocío de Almonte, die das Heiligtum betreut.

WannPfingstwochenende, 2027: Pfingstsonntag 16. Mai, Hauptprogramm Freitag bis Montag
WoAldea El Rocío, Gemeinde Almonte (Provinz Huelva), am Rand des Nationalparks Doñana
Teilnehmer127 Filialbruderschaften plus angeschlossene Bruderschaften
Besonderheit 2026/27Venida Jubilar: Die Virgen ist seit 19./20. August 2026 in Almonte
Heiligtumtäglich 8.30–14.30 und 17–20 Uhr (Stand Oktober 2026)
HauptfigurVirgen del Rocío, Patronin von Almonte seit 1653

Was ist die Romería del Rocío, und wann findet sie statt?

Die Romería del Rocío ist die Pfingstwallfahrt zum Heiligtum Nuestra Señora del Rocío bei Almonte. Sie findet am Pfingstwochenende statt, also 50 Tage nach Ostern, wenn man den Ostersonntag mitzählt. 2026 lagen die Hauptstage zwischen Freitag, 22., und Montag, 25. Mai, mit dem Pfingstsonntag am 24. Mai. 2027 ist der Pfingstsonntag der 16. Mai; die Hauptstage liegen dann entsprechend zwischen Freitag, 14., und Montag, 17. Mai.

Das Programm 2026 zeigt den Ablauf. Die Bruderschaften werden vor dem Heiligtum empfangen, in der Nacht zum Sonntag um null Uhr folgt der Rosario Procesional (Rosario de Almonte). Am Pfingstsonntag um 10 Uhr feiert der Bischof von Huelva die Messe vor dem Heiligtum, an der alle Filialbruderschaften mit ihren Simpecados teilnehmen. Abends gibt es die Messe der Trommler, Fuhrleute und Böllerschützen, um Mitternacht den Rosenkranz der Bruderschaften.

Der Höhepunkt ist der Salto de la Reja in der Nacht auf Pfingstmontag. Die Männer von Almonte, und nur sie, springen über das Gitter, das die Virgen vom Kirchenschiff trennt, und tragen sie auf den Schultern hinaus. 2026 geschah das um 3.02 Uhr; die Virgen verließ die Kirche gegen 3.08 Uhr und zog in einer Prozession durch die Aldea an allen Filialen vorbei. 2025 betrat sie das Heiligtum um 12.32 Uhr wieder, nach fast zehn Stunden. Die genauen Zeiten ändern sich jedes Jahr, daher gilt das Programm der Hermandad Matriz.

Woher kommt die Verehrung der Virgen del Rocío?

Der Ursprung liegt in den Rocinas, einem weiten Weidegebiet am Rand der Marisma, auf dem im Mittelalter Stuten gezüchtet wurden; der Name hängt mit dem Wort „rocín“ zusammen, das auch im Namen von Don Quijotes Pferd Rocinante steckt. König Alfons X. eroberte die Gegend zwischen 1262 und 1264. Die Überlieferung berichtet vom Fund eines Marienbildes und dem Bau einer kleinen Kapelle. Aufgeschrieben wurde die Legende erstmals 1758 in den gedruckten Regeln der Hermandad Matriz.

Am 29. Juni 1653 erklärten die Behörden von Almonte die Virgen zur Patronin der Stadt. Bald entstanden Bruderschaften in der Umgebung nach dem Vorbild von Almonte; die Regeln von 1758 nennen Villamanrique, Pilas, La Palma, Rota, Sanlúcar de Barrameda, Moguer und El Puerto de Santa María. Später kamen Triana (1813), Umbrete (1829), Coria del Río (1849) und Huelva (1880) hinzu. 1919 wurde die Virgen kanonisch gekrönt.

Im 20. Jahrhundert wuchs die Wallfahrt rasant. Ein neues Heiligtum entstand zwischen 1963 und 1970, das alte wurde im Juli 1963 abgerissen. 1965 erhielt die Romería den Titel eines Festes von internationalem touristischem Interesse. Am 27. Mai 1980 titelte die Zeitung ABC de Sevilla „Ein Million Menschen in El Rocío“. Heute zählt die Hermandad Matriz 127 Filialbruderschaften und rund 40 weitere angeschlossene Bruderschaften (agregadas) und Kultbruderschaften, von Australien über Brüssel bis Puerto Rico.

Neben der Pfingstromería gibt es einen zweiten festen Termin im Jahr: den Rocío Chico im August. Er geht auf den Dank der Einwohner von Almonte zurück, die im August 1810 während der napoleonischen Besetzung nach Überlieferung vor einem Massaker bewahrt wurden; das Gelübde, jedes Jahr eine Messe zu feiern, wurde 1813 formalisiert. Die Hermandad Matriz nennt außerdem die Fiesta de la Luz und die Vigilie der Unbefleckten Empfängnis als Feste, zu denen sie alle Filialbruderschaften einlädt.

Welche Wege führen nach El Rocío?

Die Hermandad Matriz nennt fünf große Wege in die Aldea. Sie führen durch die Provinzen Huelva, Sevilla und Cádiz, teilweise durch den Naturraum von Doñana, und folgen alten Viehtriebwegen, die Moguer mit Sevilla und Niebla mit Sanlúcar de Barrameda verbanden.

  • Camino de Sevilla: endet an der historischen Puente del Ajolí und führt durch das frühere königliche Jagdgebiet Coto del Rey im Nationalpark. Er ist der meistbegangene: Rund 60 Prozent der Bruderschaften gehen ihn, dazu kommen Bruderschaften aus dem Osten der Provinz Huelva. Sie übernachten ein bis zwei Nächte in Doñana. Zu den Stationen zählen Hato Blanco, Cancela del Urracal, Pozo Máquina, Raya Real, Palacio del Rey und Cañada Mayor.
  • Camino de Cádiz: erreicht die Aldea über Manecorro und La Canaliega.
  • Camino de Huelva: führt über das Viertel Las Gallinas und Las Tinajas ein.
  • Camino de los Llanos und Camino de los Tarajales: die beiden Wege der Hermandad Matriz aus Almonte; der Weg der Tarajales ist der zuletzt wiederhergestellte und verläuft parallel zu dem der Llanos.

Jede Bruderschaft wird von ihrem Simpecado angeführt, einem Banner der Bruderschaft, das auf einem Ochsenkarren getragen wird. Aus Sevilla brechen laut dem städtischen Fremdenverkehrsamt fünf Bruderschaften auf, zu Fuß oder zu Pferd, und viele Sevillaner begleiten sie durch Doñana, um die Virgen zu sehen.

Das Fremdenverkehrsamt von Sevilla gibt für die Strecke zwischen Sevilla und El Rocío knapp 80 Kilometer an. Alle Wege bestehen aus Sand, Marisma und Pinienwald und werden von den Pilgern langsam bewältigt, mit Pausen, Musik und Übernachtungen.

Was ist die Venida Jubilar 2026–2027, und was bedeutet sie für die Romería 2027?

Alle sieben Jahre wird die Virgen aus dem Heiligtum in die Pfarrkirche von Almonte gebracht. Die Hermandad Matriz nennt das „Traslado“ oder „Venida“. Seit 1949, als die im Bürgerkrieg zerstörte Pfarrkirche von Almonte wieder geweiht wurde, kommt die Virgen im Siebenjahresrhythmus; seit 1971 wird das Ritual ohne Ausnahme eingehalten. Der Weg zwischen Heiligtum und Dorf misst rund 15 Kilometer. Traditionell tragen die Männer von Almonte die Virgen in der Nacht vom 19. auf den 20. August über den Camino de los Llanos auf den Schultern ins Dorf.

2026 geschah das erneut: Die Virgen wurde in der Nacht vom 19. auf den 20. August nach Almonte gebracht. Am 15. August hatte der Bischof von Huelva, Santiago Gómez Sierra, im Heiligtum das Heilige Jahr der Venida eröffnet. Die Virgen bleibt rund neun Monate in der Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción in Almonte. In dieser Zeit finden die sonst im Heiligtum üblichen Wallfahrten der Bruderschaften in der Pfarrkirche statt; die ersten waren am 13. September 2026 und der Kalender für außerordentliche Wallfahrten läuft bis März 2027. Die beiden Venidas davor, 2012–2013 und 2019–2022, waren die ersten beiden Heiligen Jahre der Geschichte des Rocío.

Für 2027 heißt das: Neun Monate nach dem 20. August führen in den Mai 2027, also in die Zeit der Pfingstromería. Termin und Ablauf der Rückkehr gibt die Hermandad Matriz bekannt; wer die Romería 2027 besuchen will, wartet dieses Programm ab, bevor er Unterkunft und Anreise festlegt.

Wie besucht man El Rocío außerhalb der Romería?

Das ganze Jahr über ist die Aldea ein ruhiges Ziel am Rand von Doñana. Das Heiligtum ist laut Hermandad Matriz täglich von 8.30 bis 14.30 Uhr und von 17 bis 20 Uhr geöffnet, das Museo-Tesoro von 10 bis 14.30 und von 16 bis 18.30 Uhr (montags und dienstags geschlossen, an Feiertagen geöffnet). Die Pfarrkirche in Almonte steht täglich von rund 7.30 bis 21.30 Uhr offen. Solange die Virgen in Almonte ist, findest du sie dort.

Wer das Fest erleben will, plant mit großem Andrang: Rund um den Salto de la Reja nennt die Presse mehr als anderthalb Millionen Menschen in einem Ort mit rund 900 Einwohnern, und schon 1980 titelte ABC de Sevilla „Ein Million Menschen in El Rocío“. Gut kombinierbar mit einer Reise nach Sevilla und einem Besuch von Doñana, zum Beispiel auf einer Rundreise, die in den Andalusien Rundreisen beschrieben ist. Weitere große Feste der Region stehen auf der Seite Feste und Fiestas.

Passend dazu: Sanlúcar de Barrameda.

Passend dazu: Naturpark Sierra de Andújar.

Passend dazu: Vinos del Condado de Huelva: Herkunftsbezeichnung zwischen Aracena und Doñana.

Wann ist die Romería del Rocío 2027?

Zu Pfingsten. Der Pfingstsonntag fällt 2027 auf den 16. Mai, die Hauptstage liegen von Freitag, 14. Mai, bis Montag, 17. Mai. Das Programm veröffentlicht die Hermandad Matriz.

Wer darf die Virgen del Rocío tragen?

Beim Salto de la Reja nur die Männer von Almonte. Sie springen in der Nacht auf Pfingstmontag über das Gitter und tragen die Virgen auf den Schultern aus dem Heiligtum.

Wo ist die Virgen del Rocío derzeit?

In der Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción in Almonte. Sie wurde in der Nacht vom 19. auf den 20. August 2026 dorthin gebracht und bleibt rund neun Monate.

Wie viele Bruderschaften nehmen teil?

Die Hermandad Matriz zählt 127 Filialbruderschaften und rund 40 angeschlossene und Kultbruderschaften.

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