Montilla-Moriles ist ein Weinbaugebiet in der Provinz Córdoba mit 17 Gemeinden und der Rebsorte Pedro Ximénez auf über 95 Prozent der Fläche. Hier entstehen Fino, Amontillado, Oloroso, Palo Cortado, süßer Pedro Ximénez sowie junge Weißweine und Tinaja-Weine. 2027 ist Montilla Spanische Weinstadt.
Südlich von Córdoba, zwischen Guadalquivir und den Bergen der Subbética, wächst eine der eigenständigsten Weinlandschaften Spaniens. Die Denominación de Origen Protegida Montilla-Moriles steht für trockene Generosos und süßen Pedro Ximénez, gewonnen aus einer einzigen Hauptrebsorte, die in der Hitze und auf kalkreichem Boden besonders gut gedeiht.
Diese Seite erklärt dir die Anbauzone, Böden, Rebsorten, Alterung, die einzelnen Weintypen und wie du das Gebiet besuchst.
| Lage | Provinz Córdoba, 17 Gemeinden, Zentrum Montilla und Moriles |
|---|---|
| Rebsorte | Pedro Ximénez, mehr als 95 Prozent der Rebfläche |
| Weintypen | Fino, Amontillado, Oloroso, Palo Cortado, Pedro Ximénez, Joven, Tinaja |
| Alterung | biologisch unter Florhefe oder oxidativ, meist im Solera-System |
| Böden | Albarizas, Arenas rojas, Ruedos |
| Besucherzentrum | Centro de Interpretación del Vino Envidarte, Montilla |
| Besonderheit 2027 | Montilla ist Ciudad Española del Vino |
Fragen, die diese Seite beantwortet
Wo liegt Montilla-Moriles und was ist die DO?
Montilla-Moriles ist ein Weinbaugebiet in der Provinz Córdoba im Herzen Andalusiens. Der Anbauraum liegt zwischen dem Guadalquivir im Norden, den Bergen der Subbética im Süden, dem Río Genil im Osten und dem Guadajoz im Westen. Er umfasst 17 Gemeinden. Die Denominación de Origen Protegida (DOP) schützt Weine, die dort aus Trauben gekeltert und gealtert werden.
Das Spektrum ist breit. Die DOP erzeugt Fino, Amontillado, Oloroso und Palo Cortado, dazu den süßen Pedro Ximénez. Außerdem gibt es junge Weißweine und Tinaja-Weine. Das Besucherzentrum, das Centro de Interpretación del Vino Envidarte, liegt in Montilla an der Avenida José Padillo Delgado (Telefon 957 652 110).
Für 2027 hat Montilla eine besondere Rolle: Die Spanische Vereinigung der Weinstädte (ACEVIN) hat Montilla am 30. September 2026 zur Ciudad Española del Vino 2027 bestimmt. Die Ernennung stärkt alle Gemeinden der DOP und die Ruta del Vino Montilla-Moriles, die zum Club „Rutas del Vino de España“ gehört.
Welche Rebsorten und Böden prägen die Weine?
Pedro Ximénez, kurz PX, ist die Leitrebe. Sie nimmt mehr als 95 Prozent der Rebfläche ein. Die Beere ist mittelgroß und rund, mit sehr dünner Schale, empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und besonders zuckerreich. Das trockene, heiße Klima und die kalkreichen Böden geben ihr den passenden Lebensraum. Die Weine erreichen von Natur aus 15 Grad Alkohol mit großer Feinheit und ohne grasige Noten. Weitere zugelassene Sorten sind Layren, Baladí, Verdejo, Moscatel de grano menudo, Moscatel de Alejandría, Torrontés, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Macabeo.
Innerhalb der Zone gibt es eine Qualitätsunterzone mit den Albarizas, wellige, auffallend weiße Böden vor allem in der Sierra de Montilla und in den Moriles Altos. Albarizas sind reich an Kalziumkarbonat, arm an organischer Substanz, aus weichem Mergel, sehr tief und speichern Feuchtigkeit gut. Die Wurzeln der Rebe wachsen vor allem in den obersten 70 Zentimetern, die Hauptwurzel kann über vier Meter tief reichen. Von dort muss ein Mindestanteil der gealterten Weine stammen.
Die Arenas rojas sind stark rötliche, bis zu zwei Meter dicke Böden über kalkreichem Untergrund, mit vielen Flusskieseln an der Oberfläche. Sie machen etwa 15 Prozent der Weinberge aus, liegen auf 300 bis 400 Meter Höhe und herrschen im Westen vor. Die Ruedos, in der Gegend „bujeos“ genannt, liegen in Mulden auf Mergel aus dem Miozän auf 240 bis 300 Meter Höhe. Die Sierra de Montilla besteht aus kreidezeitlichem Mergel, die Altos de Moriles liegen auf der Tosca des späten Oligozäns.
Wie werden die Weine gealtert?
Es gibt zwei Wege. Bei der biologischen Alterung reift der Wein ausschließlich unter einer Florhefe, dem „velo de flor“, in Eichenfässern, die nie ganz gefüllt werden, damit die Hefe eine freie Oberfläche hat. Der Schleier bildet sich im Gebiet spontan und ist im Frühjahr und Herbst am aktivsten. Er schützt den Wein vor Sauerstoff. Bei der oxidativen Alterung bildet sich kein Schleier, weil das Fass ganz gefüllt oder der Alkoholgehalt erhöht wird.
Die meisten Weine reifen im System aus Criaderas und Solera. Dabei wird jedem Fass einer Stufe mit gleichem Alterungsgrad ein Teil des Weins entnommen und mit Wein aus einer jüngeren Stufe aufgefüllt. Die letzte Stufe heißt Solera, aus ihr wird abgefüllt. Die Fässer in den unteren Reihen sind größer und dickwandiger, weil sie die Last der Fässer darüber tragen. Das Gegenteil ist die statische Alterung nach Jahrgängen mit mindestens zwölf Monaten, beim süßen PX in neuen Holzfässern mindestens sechs.
Welche Weine gibt es und wie schmecken sie?
Der Fino ist der emblematische und am weitesten verbreitete trockene Generoso. Der Most kommt aus der ersten Pressung, gärt und ruht ein Jahr in der Tinaja und reift dann im Solera-System unter Florhefe. Er schmeckt trocken, leicht, mit einem salzigen und leicht bitteren Ton und Aromen von Hefe, Brotteig und Mandel. Serviert wird er kühl bei 9 bis 12 Grad, er passt zu Meeresfrüchten, Fisch, Schinken und Nüssen.
Der Amontillado entsteht aus einem Fino, der mindestens fünf Jahre biologisch gealtert ist und danach mindestens drei Jahre oxidativ. Der Alkoholgehalt steigt über 16 Prozent. Er ist golden bis tiefes Bernstein, mit Nuss- und Holzaromen, trocken und lang im Abgang. Er braucht 12 bis 14 Grad und passt zu Wild, geräucherten Speisen, altem Käse und Schinken.
Der Oloroso reift ausschließlich oxidativ in amerikanischer Eiche. Hefeschleier lässt man durch Aufspriten und volle Fässer nicht entstehen. Vor dem Einlagern wird er auf mindestens 16 Grad aufgespritet. Er hat die Farbe von altem Gold bis dunklem Mahagoni, riecht nach Nüssen und Holz und ist leicht ölig. Er passt zu kräftigen Gerichten wie Schmorfleisch und Ochsenschwanz.
Der Palo Cortado entstand ursprünglich zufällig: Ein Wein, der als Fino begann, verlor in der biologischen Alterung die Hefe und begann zu oxidieren. Er durchläuft deshalb zuerst eine biologische, dann eine oxidative Alterung. In der Nase erinnert er an einen Amontillado, im Mund an einen Oloroso, aber etwas feiner. Er ist selten und gesucht.
Der süße Pedro Ximénez entsteht aus Trauben, die auf Netzen in der Sonne trocknen, den „paseras“. Sie verlieren etwa die Hälfte ihres Gewichts, die Zuckerkonzentration verdoppelt sich. Der Wein hat mindestens 15 Volumenprozent, reift meist oxidativ und ändert die Farbe von Bernstein bis fast Schwarz. Der junge Weißwein (Joven) wird bei etwa 190 Gramm Zucker pro Liter gelesen und kühl bei 7 bis 9 Grad getrunken. Der Tinaja-Wein aus Pedro Ximénez in Betontinajas reift ein Jahr in der Tinaja und hat mindestens 10 Volumenprozent.
Welche Speisen passen zu den Weinen?
Der Fino ist ein Aperitif und passt zu Meeresfrüchten, Fisch, Schinken, Nüssen, Wurst und Käse, der nicht zu lange gereift ist. Wegen seiner geringen Säure begleitet er auch Salate, Artischocken und Kardy, deren Bitterkeit er mit weicher Textur aufnimmt. Ein Fino mit längerer Reife verträgt kräftigere Fische wie Wolfsbarsch, Dorade und Lachs.
Amontillado und Oloroso vertragen kräftige Gerichte. Der Amontillado begleitet Wildbret, Rebhuhn in Escabeche, Räucherspeisen, Suppen und Pilzrisotto. Der Oloroso passt zu Schmorgerichten, Wangen, Ochsenschwanz und Eintöpfen, bei denen seine Säure und sein Körper das Gleichgewicht halten. Der Palo Cortado passt zu Fleisch in Sauce, Wild wie Hirsch und Wildschwein mit Rosmarin und Thymian, außerdem zu Schweinsfüßchen, Innereien und gegrilltem Thunfisch.
Junge Weißweine und Tinaja-Weine passen zu frittiertem Fisch wie Boquerones, kalten Cremesuppen wie Salmorejo und Mazamorra und zu Reisgerichten. Wegen ihrer weichen Textur mildern sie auch Salate mit Essigdressing.
Wie besucht man Montilla-Moriles?
Beginne im Centro de Interpretación del Vino Envidarte in Montilla, es gibt einen Überblick über Gebiet, Böden und Weintypen. Der Consejo Regulador führt auf montillamoriles.es eine Liste der Bodegas. Prüfe vorab, ob Besichtigungen möglich sind und ob eine Reservierung nötig ist. Zur DOP gehören Bodegas, Genossenschaften und Lagares, die du im Rahmen der Ruta del Vino Montilla-Moriles kennenlernen kannst.
Das Gebiet ist weitläufig, deshalb ist ein Mietwagen hilfreich. Die Ausgangsstadt ist Córdoba mit der Mezquita, den Patios und der Küche, dazu passt unser Überblick zu Tapas und Gastronomie. Wer die Subbética verbinden möchte, findet in Priego de Córdoba eine barocke Stadt in der Subbética.
Wer sich für das Nachbargebiet interessiert, liest die Seite zum Sherry aus Jerez. Die Weine von Montilla-Moriles stammen überwiegend aus der Rebsorte Pedro Ximénez.
Passend dazu: Naturpark Sierras Subbéticas.
Passend dazu: Vino de Málaga: Süßwein, Soleras und Sierras de Málaga.
Passend dazu: Lagunas del Sur de Córdoba: Zóñar, Amarga und Rincón, Olivenöl-Herkunftsbezeichnungen: Sierra de Segura, Baena und Priego.
Passend dazu: Vinos del Condado de Huelva: Herkunftsbezeichnung zwischen Aracena und Doñana.
Welche Rebsorte wächst in Montilla-Moriles?
Pedro Ximénez auf über 95 Prozent der Fläche. Daneben sind Layren, Baladí, Verdejo, Moscatel, Torrontés, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Macabeo zugelassen.
Wie viele Gemeinden gehören zur DOP?
17. Das Gebiet liegt zwischen Guadalquivir, Subbética, Genil und Guadajoz in der Provinz Córdoba.
Wie lange reift ein Amontillado?
Er durchläuft mindestens fünf Jahre biologische und danach mindestens drei Jahre oxidative Alterung und hat über 16 Volumenprozent.
Wie wird Pedro Ximénez gemacht?
Die Trauben trocknen einige Tage in der Sonne auf Netzen und verlieren etwa die Hälfte ihres Gewichts. Der Wein hat mindestens 15 Volumenprozent.
Welche Böden gibt es?
Die Albarizas (weiße Kalkmergelböden) bilden die Qualitätsunterzone, dazu kommen rötliche Arenas rojas im Westen und die Ruedos, in der Gegend „bujeos“ genannt, in Mulden.
Was ist 2027 in Montilla?
Montilla ist 2027 Ciudad Española del Vino, bestimmt von ACEVIN am 30. September 2026.
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