Feria de Abril

Feria de Abril

Die Feria de Abril ist Sevillas großes Frühlingsfest, das etwa zwei Wochen nach der Semana Santa eine ganze Woche lang gefeiert wird. Auf dem eigens errichteten Festgelände, dem Real de la Feria, reihen sich Hunderte Festzelte (casetas) aneinander; es wird in Flamenco-Kleidern getanzt, Rebujito getrunken und in prächtigen Kutschen paradiert – ein rauschendes Fest der Lebensfreude.

Wenn die Semana Santa vorüber ist und der Frühling in Andalusien Einzug hält, verwandelt sich Sevilla in einen einzigen großen Festplatz. Die Feria de Abril ist das ausgelassenste und farbenprächtigste Fest der Stadt – so sehr, dass Einheimische das Jahr fast in „vor“ und „nach“ der Feria einteilen. Eine ganze Woche lang treffen sich Familien, Freunde und Vereine in ihren Festzelten, essen, trinken, tanzen Sevillanas und zeigen sich in traditioneller Tracht. Für Besucher ist die Feria ein überwältigendes Schauspiel und zugleich eine Herausforderung, denn viele Zelte sind privat. Diese Seite erklärt, wie das Fest funktioniert, was es zu sehen gibt und wie du als Reisender möglichst viel davon miterlebst.

OrtSevilla, Festgelände Real de la Feria im Stadtteil Los Remedios
ZeitpunktFrühling, etwa zwei Wochen nach der Semana Santa, eine Woche lang
HerzstückCasetas (Festzelte), viele privat, manche öffentlich
HighlightsAlumbrado (Lichteröffnung), Portada, Paseo de Caballos, Sevillanas
TypischTrajes de Flamenca, Rebujito, Pferde und Kutschen
Ursprung1847 als Viehmarkt gegründet, später zum Volksfest gewandelt

Was ist die Feria de Abril?

Die Feria de Abril ist das große Frühlingsfest Sevillas und eines der berühmtesten Volksfeste Spaniens. Rund zwei Wochen nach dem Ende der Semana Santa feiert die Stadt eine Woche lang das Ende der besinnlichen Fastenzeit mit ausgelassener Lebensfreude. Auf einem eigens dafür errichteten Gelände, dem Real de la Feria im Stadtteil Los Remedios, entsteht für diese Tage eine komplette temporäre Festungsstadt aus Zelten, Girlanden und Lampions.

Anders als viele Feste ist die Feria kein Programm, dem man von außen zuschaut, sondern ein geselliges Zusammensein in den casetas, den Festzelten. Hier wird gegessen, getrunken, geredet und vor allem getanzt. Die Feria ist damit ein Fest der Gemeinschaft, das tief in der sevillanischen Gesellschaft verankert ist – ein jährlicher Höhepunkt, auf den viele das ganze Jahr hinfiebern und für den Kleider und Auftritte lange vorbereitet werden.

Was sind die casetas und wie kommt man hinein?

Das Herz der Feria sind die casetas, Hunderte von Festzelten, die in geordneten Straßenzügen aufgereiht sind. In ihnen versammeln sich Familien, Freundeskreise, Vereine, Unternehmen und politische Gruppen. Jede Caseta hat ihre eigene Bar, oft eine kleine Küche und eine Tanzfläche. Für die Mitglieder ist die Caseta über die Festwoche ein zweites Wohnzimmer, in dem man von mittags bis tief in die Nacht zusammenkommt.

Für Besucher ist wichtig zu wissen: Die meisten Casetas sind privat. Man betritt sie nur auf Einladung eines Mitglieds. Das kann für Auswärtige zunächst frustrierend sein, gehört aber zum Wesen des Festes. Es gibt jedoch auch einige öffentliche Casetas, etwa die der Stadtbezirke oder von Verbänden, die allen offenstehen. Wer Einheimische kennt oder Kontakte knüpft, hat gute Chancen auf eine Einladung – und erlebt die Feria dann von ihrer schönsten, gastfreundlichen Seite.

Was passiert beim Alumbrado und an der Portada?

Die Feria beginnt mit einem festen Ritual: dem Alumbrado, der feierlichen Beleuchtung. In der Nacht des Eröffnungstages, traditionell um Mitternacht, werden auf einen Schlag Zehntausende Glühbirnen entzündet und das gesamte Festgelände erstrahlt im Licht. Dieser Moment markiert den offiziellen Beginn der Feria und wird von den Menschenmengen mit Jubel gefeiert.

Im Zentrum dieses Schauspiels steht die Portada, das monumentale Eingangstor zum Real de la Feria. Es wird jedes Jahr neu gestaltet, oft mit Bezug zu einem historischen Bauwerk oder Jubiläum, und ist mit Tausenden Lichtern geschmückt. Die Portada ist das Wahrzeichen jeder Feria, der beliebteste Treffpunkt und das meistfotografierte Motiv des Festes. Unter ihr hindurchzuschreiten, wenn die Lichter angehen, gehört zu den unvergesslichen Momenten eines Sevilla-Besuchs im Frühling.

Was tragen die Menschen und was wird getrunken?

Kaum ein Fest ist so von Tracht geprägt wie die Feria. Viele Frauen tragen das Traje de Flamenca, das enge, farbenfrohe und mit Rüschen besetzte Flamenco-Kleid, das jedes Jahr neuen modischen Trends folgt. Dazu kommen Blumen im Haar, große Ohrringe und ein Umhängetuch. Männer erscheinen oft im dunklen Anzug oder in der traditionellen Reitertracht. Dieses Straßenbild aus Tausenden bunter Kleider ist eines der schönsten Erlebnisse der Feria.

Das typische Getränk ist der Rebujito, eine erfrischende Mischung aus trockenem Sherry (meist Manzanilla oder Fino) und Zitronenlimonade, serviert mit viel Eis. Er ist leicht, spritzig und ideal für die langen, warmen Feria-Tage. Dazu isst man Tapas und kleine Gerichte. Der Sherry, der den Rebujito prägt, stammt aus dem nahen Jerez und verbindet die Feria mit der Weinkultur Andalusiens. Getanzt werden vor allem Sevillanas, ein festlicher Volkstanz, der mit dem Flamenco verwandt ist, aber leichter und für alle zugänglich.

Was hat es mit den Pferden und Kutschen auf sich?

Ein weiteres Wahrzeichen der Feria ist der Paseo de Caballos, die Parade der Pferde und Kutschen. Vor allem an den Nachmittagen ziehen elegante Reiter zu Pferd und prächtig geschmückte Pferdekutschen über das Festgelände. Die Reiter tragen die klassische andalusische Reitertracht mit kurzer Jacke, Hut und hohen Stiefeln, oft mit einer festlich gekleideten Begleiterin hinter sich im Sattel.

Dieser Brauch erinnert an die Ursprünge der Feria als Viehmarkt: 1847 wurde sie als Handelsmesse für Vieh gegründet, auf der Pferde und Rinder gehandelt wurden. Aus diesem nüchternen Anlass entwickelte sich über die Jahrzehnte das ausgelassene Volksfest von heute, doch die Pferdekultur blieb als stolzes Element erhalten. Der Paseo de Caballos verbindet so die Gegenwart mit der Geschichte des Festes und zeigt die enge Bindung Andalusiens an seine Reittradition.

Wie besucht man die Feria als Reisender am besten?

Damit der Besuch gelingt, hilft es, das Fest richtig einzuordnen. Die Feria ist kein Event mit Eintrittskarte, sondern ein öffentliches Fest, über das man frei flanieren kann. Auch ohne Einladung in eine private Caseta lohnt sich der Bummel über das Gelände: die Portada, das Lichtermeer, der Paseo de Caballos, die öffentlichen Casetas und im hinteren Teil ein großer Vergnügungspark (Calle del Infierno) bieten reichlich Programm. Beachte einige Punkte:

  • Kleide dich passend: Wer möchte, darf ruhig ein Flamenco-Kleid oder festliche Kleidung tragen – das wird gern gesehen und macht mehr Spaß.
  • Plane die Uhrzeit: Die Feria lebt am Nachmittag und in der Nacht auf; tagsüber ist das Gelände oft ruhiger.
  • Sei respektvoll: Private Casetas betritt man nur auf Einladung; frage höflich, dränge dich nicht auf.
  • Buche früh: Unterkünfte in Sevilla sind zur Feria knapp und teuer – kümmere dich rechtzeitig darum.

Wer den Termin nicht trifft, muss nicht traurig sein: Fast jede Stadt und jedes Dorf Andalusiens hat seine eigene Feria über das Jahr verteilt, von Málaga bis Jerez. Die Termine solltest du frühzeitig mit deiner Reiseplanung abstimmen, denn sie prägen Stimmung und Preise erheblich.

Wann findet die Feria de Abril genau statt?

Die Feria beginnt etwa zwei Wochen nach dem Ende der Semana Santa und dauert eine Woche. Da sich Ostern jedes Jahr verschiebt, fällt sie mal in den April, mal in den Mai. Den genauen Termin prüfst du am besten vor der Reise, da er jährlich neu festgelegt wird.

Kann man als Tourist in eine Caseta?

In private Casetas kommt man nur auf Einladung eines Mitglieds. Es gibt jedoch öffentliche Casetas, etwa der Stadtbezirke, die allen offenstehen. Wer Einheimische kennt oder Kontakte knüpft, wird oft spontan eingeladen und erlebt die Feria dann besonders authentisch.

Was ist Rebujito?

Rebujito ist das typische Feria-Getränk: eine erfrischende Mischung aus trockenem Sherry wie Manzanilla oder Fino und Zitronenlimonade, serviert mit viel Eis. Er ist leicht und spritzig und passt perfekt zu den langen, warmen Festtagen unter freiem Himmel.

Lohnt sich die Feria auch ohne Einladung?

Ja. Auch ohne Zugang zu privaten Zelten kannst du über das Gelände flanieren, die beleuchtete Portada bestaunen, den Paseo de Caballos verfolgen, öffentliche Casetas besuchen und die festliche Stimmung genießen. Allein das Straßenbild mit den Flamenco-Kleidern ist ein Erlebnis.

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Lichtermeer, Flamenco-Kleider und Pferdekutschen – erlebe Sevilla, wenn die Stadt ihr größtes Fest feiert.

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Die Feria de Abril bildet den ausgelassenen Gegenpol zur feierlichen Semana Santa, die ihr wenige Wochen vorausgeht. Wer die Sevillanas und den spontanen Tanz erlebt hat, sollte sich auch dem echten Flamenco widmen. Und wer den richtigen Reisezeitpunkt sucht, findet in unserem Ratgeber zur besten Reisezeit alle Termine im Überblick.